Der Hype um den Superfood Quinoa

Superfoods, die Trend-Lebensmittel der heutigen Zeit. Was wir einst hauptsächlich auf den Tellern der Promis gesehen haben, wird heute von Brasilien bis in die Schweiz überall gegessen. Ehrlich gestanden, auch ich bin eine Liebhaberin von Superfoods wie Chia Samen, Acai Beeren, Quinoa und Co. Insbesondere Quinoa kombiniere ich oft in Menus, da sich dieses Getreide mit verschiedenen Lebensmitteln kombinieren und schnell zubereiten lässt und auch noch zu einer gesunden Ernährung beiträgt.

Ob als Beilage, Salat, Frühstück, Auflauf oder auch als köstliche Süssigkeit, Quinoa geht immer. Der Hype um Quinoa ist nicht umsonst. Im Gegensatz zu herkömmlichen Getreidesorten besitzt Quinoa einen höheren Nährstoffgehalt. Verglichen mit dem Grundnahrungsmittel Reis enthält Quinoa beispielsweise den doppelten Gehalt an proteinreichem Eiweiss. Weiter ist Quinoa gemäss dem Steinbeis-Europa-Zentrum der ideale Begleiter zur Unterstützung einer Diät oder Ernährungsumstellung. Doch auch insbesondere Menschen mit Glutenunverträglichkeiten (Zöliakie) erfreuen sich ab Quinoa. Denn das Getreide ist komplett glutenfrei. Ausserdem kann Quinoa in verschiedenen medizinischen Belangen helfen. Beispielsweise wird der Blutzuckerwert gesenkt, gegen Darmpilze kann erfolgreich angekämpft werden und Migräne kann gelindert werden.

Quinoa Samen

Herkunft und Entwicklung
Quinoa ist das heilige «Mutterkorn» der Inkas und wird in der Andenregion Südamerikas seit Jahrtausenden angebaut. Quinoa ist bis heute ein wichtiges Grundnahrungsmittel für Millionen von Menschen in Bolivien, Peru, Chile und Ecuador. Bis in die Neunziger war Quinoa ausserhalb der Anden weitgehend unbekannt. Doch inzwischen ist aus dem einstmaligen Grundnahrungsmittel der Anden-Bevölkerung ein weltweit geliebtes Getreide geworden. Die Nachfrage ist stetig gestiegen. So hat sich der Quinoa-Export von 2007 bis 2013 rund vervierfacht. Das Wachstum der Nachfrage im Jahr 2013 war so hoch, dass dieses Jahr von der UNO zum Jahr der Quinoa gemacht wurde. Gleichzeitig haben sich die Preise bis 2013 rund verzehnfacht. Seit dem Jahr 2013 stieg der Konsum nur noch leicht und die Preise sind ein wenig gefallen und sind nun in etwa konstant.

Anstieg der Exporte und Preise von Quinoa nach Ländern

Doch hinter Quinoa stehen auch Schattenseiten. Einerseits soll der Quinoa-Boom den regionalen Produzenten zwar bedeutende Einkommenszuwächse beschert haben. Andererseits kommt den Bauern gemäss der «Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)» trotz den gestiegenen Preisen von dem Geld, das die Verarbeiter, Exporteure, Importeure und der Einzelhandel mit Quinoa verdienen nur ein geringer Teil zu. Ausserdem wurde das Getreide aufgrund der steigenden Preise für Einheimische immer weniger erschwinglich. Folglich müssen die Bauern in ihren eigenen Ländern auf weniger nahrhafte Lebensmittel, wie Reis oder Nudeln ausweichen. Das enorme Nachfragewachstum hat zu einem intensiveren Wettbewerb geführt. Immer mehr Bauern und private Unternehmen kämpfen um Marktanteile und breiten die Anbaufläche aus. Dies hat zu einer Verbreitung von nicht nachhaltiger Anbaumethoden geführt und schädigt so die Ökosysteme der Anbauländer.

Lösung
Wir als Konsumenten können einen hohen Beitrag zur Entgegenwirkung des Problems leisten. Quinoa erhält man heute in fast jedem Lebensmittelgeschäft, doch nur selten sind die Produkte Fairtrade. Beim Kauf ist es wichtig, neben der Verarbeitung auf Siegel oder Zeichen für Fairtrade auf der Verpackung zu achten. Nur bei diesen Produkten profitieren die Bauern der Anden mit dem Anbau. Fairtrade steht nicht nur für das Ziel den Produzenten eine langfristige Einkommensquelle zu ermöglichen, sondern fördert gleichzeitig den nachhaltigen Quinoa-Anbau.

Wer allerdings einen längerfristigen Getreideersatz sucht, sollte auf regionale Sorten zurückgreifen. Als glutenfreie Alternative empfiehlt sich Hirse. Mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise dem hohen Eiweissgehalt und dem Vitamin B kann die Hirse mit Quinoa gut mithalten. Weitere nicht glutenhaltige Alternativen sind Getreidesorten, wie Weizen, Dinkel und Grünkern.

Ich persönlich werde zukünftig beim Kauf von Quinoa auf Fairtrade achten. Gerne bin ich bereit diesen geringen Mehraufwand und den leicht erhöhten Preis in Kauf zu nehmen, um einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation in den Anden beizutragen und meine Quinoa anschliessend ohne schlechtes Gewissen verzehren zu können. Zudem werde ich darauf achten, Quinoa nicht zu oft in meinen Speiseplan aufzunehmen und regelmässig auf Alternativen wie Hirse oder Reis zuzugreifen, die mindestens genauso gut schmecken.

Quellen:

  • https://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/quinoa-preis-auf-einem-tiefstand-der-quinoa-hype-und-seine-folgen-ld.106201
  • https://www.welt.de/wirtschaft/article153176134/Geschaefte-mit-der-Pseudo-Power-von-Chia-und-Quinoa.html
  • https://www.giz.de/fachexpertise/downloads/giz2013-de-ausstellung-quinoa.pdf
  • https://www.responsability.com/sites/default/files/2017-03/rA-Case-Study-Quinoa-DE-final.pdf
  • https://utopia.de/ratgeber/quinoa/
  • https://www.responsability.com/sites/default/files/2017-03/rA-Case-Study-Quinoa-DE-final.pdf
  • https://www.quinoa.info/
  • https://www.maxhavelaar.ch/fileadmin/CH/Mediathek/Factsheets/Factsheet_Quinoa_d.pdf
  • https://utopia.de/galerien/alternativen-zu-chia-samen-goji-beeren-co/#12

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