CO2-Kompensation: Ein Verringern der Umweltverschmutzung oder nur Beruhigung des schlechten Gewissens?

Wer kennt es nicht. Sie steigen in ein Flugzeug voller Vorfreude auf die Ferien und trotzdem fragen sie sich, wie schädlich dieser Flug für unseren Planeten ist. Die Antwort ist „sehr schädlich“. Die hohen Emissionen bei Flügen sind vielen Personen bekannt. Doch viele Schweizer sind sich nicht bewusst, wie oft sie im Vergleich zu anderen Nationen fliegen. Der Flugverkehr ist weltweit für 5% des Klimaeffekts verantwortlich, obwohl nur etwa 5% der Menschen jemals ein Flugzeug bestiegen haben. In der Schweiz werden diese Zahlen noch extremer:

  • 18% des Klimaeffekts in der Schweiz durch Flugverkehr
  • Doppelt so viele Flüge wie Personen aus den Nachbarländern
  • stark ansteigende Anzahl Flugpassagiere

Während das schlechte Gewissen bei kurzen Flügen noch problemlos unterdrückt werden kann, ist es bei Langstreckenflügen schon um einiges schwieriger. So ging es auch meinen Eltern, die eine Reise nach Neuseeland mit einem Abstecher in die Südsee planten.

myclimate

Über den Reiseveranstalter Hotelplan wurden sie auf die gemeinnützige Stiftung „myclimate“ verwiesen. Myclimate bietet Firmen und Privatpersonen freiwillige CO2-Kompensationsmassnahmen an. Diese Beiträge werden in über 80 Klimaschutzprojekte weltweit investiert. Das Ziel der Kompensationen ist, die Emissionen in der Höhe der verursachten Menge an einem anderen Ort zu reduzieren. Dies wird mit der Verbesserung der klimabelastenden Energiequellen erreicht. Zudem wird die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert. Darüber hinaus bietet myclimate Bildungsangebote für Schüler und Beratungen für Unternehmen an.

Mithilfe eines CO2-Rechners kann man die freiwillige Kompensation berechnen. Im Falle meiner Eltern waren es 8.274 Tonnen CO2, was zu einer Kompensation von CHF 266 führte.

Während solche Kompensationen für Fluggäste freiwillig sind, müssen Fluggesellschaften ab einem gewissen Limit CO2-Emissionszertifikate kaufen. Die Swiss erwartete für 2012, dass mehr als ein Drittel der Emissionen kompensiert werden müssen. Diese Zertifikate sind aber rund acht Mal billiger als die Kompensation bei myclimate. Es gibt Zertifikate, die für eine Tonne CO2 weniger als 10 Franken kosten.  Ein Passagier verursacht bei einem Flug nach New York etwa 2.6 Tonnen CO2. Für den gleichen Wert könnte man 292-mal mit dem Zug nach Paris fahren.

Fazit

Ich finde, dass die freiwilligen Kompensationen zwar eine gute Idee sind, aber nur begrenzt Einfluss auf die Luftverschmutzung haben. Bei den Kompensationszertifikaten war auch von Ablasshandel die Rede. Sprich, man bezahlt nur fürs gute Gewissen. Dies ist nur bedingt richtig. Die Kompensationen sorgen dafür, dass Entwicklungsländer CO2-schonende Energie gewinnen und leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung.

Für die Abfallentsorgung bezahlen wir schon lange Gebühren, während bei der Luftverschmutzung noch kein Verursacherprinzip angewendet wird ist. Der verursachte Schaden kann man mit einem Zertifikat nicht rückgängig machen. Aber es wird in qualitativ hohe Projekte investiert. Dabei muss aber beachtet werden, dass nur sehr wenige Privatpersonen eine solche Kompensation zahlen. Der Flugverkehr hat sich seit 1990 fast verdreifacht und steigt jedes Jahr um 5 Prozent. Bis 2020 wird erwartet, dass bereits 22% des menschengemachten Klimaeffekts in der Schweiz aus der Luftfahrt kommen wird. Diese Entwicklung wird sich auch in Zukunft kaum verändern. Mit einer Kompensation übernimmt man aber Verantwortung für seine Luftverschmutzung.

Quellen:

 WWF, Flugverkehr

https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/flugverkehr

myclimate, Portrait über myclimate

http://www.myclimate.org/de/ueber-uns/portrait/

myclimate, So funktioniert die CO2-Kompensation

https://www.myclimate.org/de/privatpersonen/

Fair unterwegs, “Die Schweiz hat weltweit den höchsten Anteil an Flugemissionen”

https://www.fairunterwegs.org/news-medien/news/detail/die-schweiz-hat-weltweit-den-hoechsten-anteil-an-flugemissionen/

Tagesanzeiger, New-York-Flug mit alltäglichen energiefressenden Tätigkeiten vergleichen

https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/2016/co2ausstoss/

Der Hype um den Superfood Quinoa

Superfoods, die Trend-Lebensmittel der heutigen Zeit. Was wir einst hauptsächlich auf den Tellern der Promis gesehen haben, wird heute von Brasilien bis in die Schweiz überall gegessen. Ehrlich gestanden, auch ich bin eine Liebhaberin von Superfoods wie Chia Samen, Acai Beeren, Quinoa und Co. Insbesondere Quinoa kombiniere ich oft in Menus, da sich dieses Getreide mit verschiedenen Lebensmitteln kombinieren und schnell zubereiten lässt und auch noch zu einer gesunden Ernährung beiträgt.

Ob als Beilage, Salat, Frühstück, Auflauf oder auch als köstliche Süssigkeit, Quinoa geht immer. Der Hype um Quinoa ist nicht umsonst. Im Gegensatz zu herkömmlichen Getreidesorten besitzt Quinoa einen höheren Nährstoffgehalt. Verglichen mit dem Grundnahrungsmittel Reis enthält Quinoa beispielsweise den doppelten Gehalt an proteinreichem Eiweiss. Weiter ist Quinoa gemäss dem Steinbeis-Europa-Zentrum der ideale Begleiter zur Unterstützung einer Diät oder Ernährungsumstellung. Doch auch insbesondere Menschen mit Glutenunverträglichkeiten (Zöliakie) erfreuen sich ab Quinoa. Denn das Getreide ist komplett glutenfrei. Ausserdem kann Quinoa in verschiedenen medizinischen Belangen helfen. Beispielsweise wird der Blutzuckerwert gesenkt, gegen Darmpilze kann erfolgreich angekämpft werden und Migräne kann gelindert werden.

Quinoa Samen

Herkunft und Entwicklung
Quinoa ist das heilige «Mutterkorn» der Inkas und wird in der Andenregion Südamerikas seit Jahrtausenden angebaut. Quinoa ist bis heute ein wichtiges Grundnahrungsmittel für Millionen von Menschen in Bolivien, Peru, Chile und Ecuador. Bis in die Neunziger war Quinoa ausserhalb der Anden weitgehend unbekannt. Doch inzwischen ist aus dem einstmaligen Grundnahrungsmittel der Anden-Bevölkerung ein weltweit geliebtes Getreide geworden. Die Nachfrage ist stetig gestiegen. So hat sich der Quinoa-Export von 2007 bis 2013 rund vervierfacht. Das Wachstum der Nachfrage im Jahr 2013 war so hoch, dass dieses Jahr von der UNO zum Jahr der Quinoa gemacht wurde. Gleichzeitig haben sich die Preise bis 2013 rund verzehnfacht. Seit dem Jahr 2013 stieg der Konsum nur noch leicht und die Preise sind ein wenig gefallen und sind nun in etwa konstant.

Anstieg der Exporte und Preise von Quinoa nach Ländern

Doch hinter Quinoa stehen auch Schattenseiten. Einerseits soll der Quinoa-Boom den regionalen Produzenten zwar bedeutende Einkommenszuwächse beschert haben. Andererseits kommt den Bauern gemäss der «Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)» trotz den gestiegenen Preisen von dem Geld, das die Verarbeiter, Exporteure, Importeure und der Einzelhandel mit Quinoa verdienen nur ein geringer Teil zu. Ausserdem wurde das Getreide aufgrund der steigenden Preise für Einheimische immer weniger erschwinglich. Folglich müssen die Bauern in ihren eigenen Ländern auf weniger nahrhafte Lebensmittel, wie Reis oder Nudeln ausweichen. Das enorme Nachfragewachstum hat zu einem intensiveren Wettbewerb geführt. Immer mehr Bauern und private Unternehmen kämpfen um Marktanteile und breiten die Anbaufläche aus. Dies hat zu einer Verbreitung von nicht nachhaltiger Anbaumethoden geführt und schädigt so die Ökosysteme der Anbauländer.

Lösung
Wir als Konsumenten können einen hohen Beitrag zur Entgegenwirkung des Problems leisten. Quinoa erhält man heute in fast jedem Lebensmittelgeschäft, doch nur selten sind die Produkte Fairtrade. Beim Kauf ist es wichtig, neben der Verarbeitung auf Siegel oder Zeichen für Fairtrade auf der Verpackung zu achten. Nur bei diesen Produkten profitieren die Bauern der Anden mit dem Anbau. Fairtrade steht nicht nur für das Ziel den Produzenten eine langfristige Einkommensquelle zu ermöglichen, sondern fördert gleichzeitig den nachhaltigen Quinoa-Anbau.

Wer allerdings einen längerfristigen Getreideersatz sucht, sollte auf regionale Sorten zurückgreifen. Als glutenfreie Alternative empfiehlt sich Hirse. Mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise dem hohen Eiweissgehalt und dem Vitamin B kann die Hirse mit Quinoa gut mithalten. Weitere nicht glutenhaltige Alternativen sind Getreidesorten, wie Weizen, Dinkel und Grünkern.

Ich persönlich werde zukünftig beim Kauf von Quinoa auf Fairtrade achten. Gerne bin ich bereit diesen geringen Mehraufwand und den leicht erhöhten Preis in Kauf zu nehmen, um einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation in den Anden beizutragen und meine Quinoa anschliessend ohne schlechtes Gewissen verzehren zu können. Zudem werde ich darauf achten, Quinoa nicht zu oft in meinen Speiseplan aufzunehmen und regelmässig auf Alternativen wie Hirse oder Reis zuzugreifen, die mindestens genauso gut schmecken.

Quellen:

  • https://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/quinoa-preis-auf-einem-tiefstand-der-quinoa-hype-und-seine-folgen-ld.106201
  • https://www.welt.de/wirtschaft/article153176134/Geschaefte-mit-der-Pseudo-Power-von-Chia-und-Quinoa.html
  • https://www.giz.de/fachexpertise/downloads/giz2013-de-ausstellung-quinoa.pdf
  • https://www.responsability.com/sites/default/files/2017-03/rA-Case-Study-Quinoa-DE-final.pdf
  • https://utopia.de/ratgeber/quinoa/
  • https://www.responsability.com/sites/default/files/2017-03/rA-Case-Study-Quinoa-DE-final.pdf
  • https://www.quinoa.info/
  • https://www.maxhavelaar.ch/fileadmin/CH/Mediathek/Factsheets/Factsheet_Quinoa_d.pdf
  • https://utopia.de/galerien/alternativen-zu-chia-samen-goji-beeren-co/#12