Volksinitiative: «Für gesunde sowie umweltfreundliche und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»

Am 26. November 2015 haben die Initianten erfolgreich die Fair-Food-Initiative eingereicht. Im Herbst 2018 wird dann über diese abgestimmt. Doch worum geht es da genau? Was ist genau der Inhalt der Initiative? Was spricht dagegen und was spricht dafür?

Inhalt der Initiative

In der Schweiz sind die Tierschutzanforderungen relativ hoch im Vergleich zu anderen Ländern in Europa. Dennoch werden in der Schweiz Fleisch und Eier aus fragwürdigen Tierfabriken verkauft. Ein Teil dieser Initiative verlangt, dass der Bund Vorschriften für Lebens- und Futtermittel und zur Deklaration von der Produktion und Verarbeitung erlässt. Ein weiterer Teil der Initiative verlangt, dass der Bund das Angebot von Lebensmittel aus fairem Handel stärkt. Heute werden viele Lebensmittel importiert, die aus Produktionsstätten kommen, in denen die Arbeiter meist weit unter dem Mindestlohn arbeiten. Die Lebensmittel sollen mindestens unter den Normen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hergestellt werden. Ausserdem verlangt die Initiative, dass Lebensmittel, die aus einer umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Produktion stammen, einen Marktvorteil erhalten. Der Bund soll verbindliche Zielvereinbarungen mit Importeuren und Detailhändler abschliessen. Zudem sollen die negativen Auswirkungen des Transports und der Lagerung von Lebens- und Futtermittel auf die Umwelt und das Klima reduziert werden. Der Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngemitteln hat gravierende Folgen für die Umwelt. Des Weiteren soll der Bund die Verarbeitung und die Vermarktung regional und saisonal produzierter Lebensmittel fördern. Beispielsweise durch finanzielle Anreize. Ein weiterer Punkt der Initiative ist, dass der Bund Massnahmen zur Eindämmung der Lebensmittelverschwendung trifft. (fair-food.ch, 2017)

Pro und Contra

Durch die hohen Auflagen, die auf die Lebensmittel im Ausland gemacht werden würden, würde sich der Preis der Produkte erhöhen. Die Konsumenten haben heute die Möglichkeit zwischen Label-Produkten und Billiglebensmittel zu entscheiden. Man kann allerdings sagen, dass die Auflagen in der Schweiz bereits sehr hoch sind. Allerdings ist es teilweise fast unmöglich, die genaue Herkunft der Produkte nachzuvollziehen. Tierschutz und umweltschonende Produktion ist eine Forderung, die grossen Anklang findet. Für importierte Lebensmittel ist es allerdings schwierig, Schweizer Standards zu erfüllen. Auch die Schweizer Bauern, die direkt betroffen sind, sind geteilter Meinung. Zum einen verlangen Sie immer wieder, dass es stärkere Regulierungen beim Import von Lebensmitteln gibt und befürworten somit die Initiative. (SRF 10vor10, 2018) Zum anderen werden ihre Produkte mit dem Schweizer Standard ihre Einzigartigkeit verlieren. Ein weiterer negativer Grund sind die hohen Kosten, die entstehen, um die aufwendigen Kontrollsysteme der Produktion zu betreiben. Diese würden sich wiederum auf den Konsumenten und auf die Produzenten abwälzen. Ausserdem steht es im Konflikt mit der internationalen Handelspolitik. Es ist nahezu unvereinbar mit dem Freihandelsabkommen. Dies ist auch ein Grund, weshalb der Bundesrat eine Ablehnung der Initiative empfiehlt. (Schweizerische Eidgenossenschaft, der Bundesrat, 2016)

Fazit

Aus moralischer Sicht hat die Initiative sehr viele positive Aspekte. Die unterschiedlichen Anliegen in den Bereichen des Tierschutzes, der nachhaltigen und umweltschonenden Produktion und der Eindämmung der Lebensmittelverschwendung betreffen uns alle. Die Initiative hat aber auch negative Folgen. Diese werden vor allem in der Wirtschaft spürbar. Grundsätzlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche Argumente zu priorisieren und welche eher zweitrangig sind. Das Wichtigste ist meiner Meinung nach, die Auseinandersetzung mit der Vorlage. Diese wird nämlich auch bei einem Nein an der Urne vorhanden sein.

Quellen

Fair-food.ch, 2017 (einseitige Quelle des Initiativkomitees pro Fair-Food-Initiative)

https://fair-food.ch/inhalt/#argumentarium

SRF 10vor10, 2018

https://www.srf.ch/play/tv/10vor10/video/fair-food-initiative—pro-und-contra?id=2d16a4d2-a07d-4a79-8e56-99f32d0a468c&station=69e8ac16-4327-4af4-b873-fd5cd6e895a7

Schweizerische Eidgenossenschaft, der Bundesrat, 2016

https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-64261.html

Quelle Grafik, 2017

https://fair-food.ch/wp-content/uploads/2017/09/140507_ini_initiativtext_fairfood_definitiv_dfi.pdf

Wintertourismus – ökologische Auswirkungen der künstlichen Beschneiung

In der Schweiz konnten im Jahr 2014 über 48% der Pisten mit künstlichem bzw. „technischem“ Schnee ausgestattet werden. Der Adelbodner Tourismusdirektor Urs Pfenniger behauptet, dass heutzutage kein Winterkurort ohne künstliche Beschneiung überleben könne. Der künstliche Schnee besteht aus den gleichen Komponenten (Wasser, und Luft) wie natürlicher Schnee. Für die Beschneiung dürfen keine Chemikalien verwendet, dies wurde mit Gesetzen verboten. Die Auswirkungen des Kunstschnees sind vor allem im Frühling ersichtlich, leider können die Skidestinationen von diesem Schnee im Frühling nicht profitieren, da die Zahl der Frühlingsskifahrer seit Jahrzenten abnimmt. Der Kunstschnee ist aber vor allem anfangs Saison von grosser Bedeutung, denn auch bei grünen Weihnachten wollen die Gäste auf die Piste.

Mit der künstlichen Beschneiung wird ein Eingriff in die natürliche Schneedecke vorgenommen, was sich auf die Flora und die Fauna auswirkt. Des Weiteren werden zur künstlichen Beschneiung immense Mengen an Wasser verbraucht. Im ersten Abschnitt wird kurz auf die Auswirkungen für den Boden und die Flora eingegangen, neben den negativen Einflüssen gibt es auch durchaus positive. Der Boden und die Flora sind vor allem durch allgemeine Störungen durch Skikanten, Pistenpräparationen und durch Baumassnahmen von Pisten und Beschneiungsanlagen beeinträchtigt. Durch Kunstschnee ist die Schneedecke dicker und schützt so den Boden und die Vegetationen vor Skikanten und den Pistenpräparationsfahrzeugen. Ein weiterer positiver Aspekt der künstlichen Beschneiung besteht darin, dass zur Pistenpräparation weniger Schnee neben den Pisten gesammelt wird, diese schützt die Vegetation neben den Pisten. Ein negativer Aspekt des Kunstschnees ist, dass die Ausaperung rund 2-3 Wochen länger dauert. Das führt zu einem Rückgang von früh blühender Vegetation, jedoch ist der Rückgang dieser Vegetation auch auf Naturschneepisten ersichtlich aber nicht im gleichen Umfang. Durch den künstlichen Schnee welcher durchschnittlich doppelt so viel Wasser beinhalten, entsteht im Frühling mehr Schmelzwasser. Diese erhöhte Wassermenge kann zu Abschwemmung von Feinerde und sogar zu Bodenerosionen führen. Diese Wassermenge führt zu veränderten Pflanzenbeständen, denn durch die erhöhte und veränderte Wassermenge werden andere Pflanzen auf den Pisten gedeihen, welche auf feuchterem Untergrund anzutreffen sind. Für die herkömmliche Vegetation bedeutet dies, dass sie von Pflanzen welchen feuchteren Untergrund benötigen verdrängt werden.

Neben den Auswirkungen auf die Flora hat die künstliche Schneeerzeugung auch einen Einfluss auf die Fauna. Aufgrund der veränderten Vegetation wurde auch eine Verminderung der Biodiversität bei den Tierarten ersichtlich. Diese Veränderung ist sichtbar, aber die Experten können nicht eindeutig zwischen künstlichem Schnee oder der Pistenpräparation unterscheiden. Beispielsweise wurde bei den Kleinsaugern eine Verschiebung der Arten festgestellt, jedoch hat die Biodiversität nicht abgenommen. Bei den Vögeln ist ersichtlich, dass die Artenvielfalt in Pistennähe relativ gering ist, es sind weniger Vögel angesiedelt als im naheliegendem Wald und dessen Waldrand, welcher nicht an die Skipiste grenzt. Die künstliche Beschneiung hat hier sicherlich auch ihren Einfluss, da durch die Schneeproduktion erhöhter Lärm während des Tages und in der Nacht festgestellt.

Fazit

Die künstliche Beschneiung vor allem aber die touristische Nutzung der Alpen wirkt sich negativ auf die Fauna und die Flora aus. Vielen Berggebieten sichert der Tourismus die Existenz, mit der Nutzung des künstlichen Schnees können die Einnahmen dieser Gebiete erhöht werden. Diese unnatürliche Veränderung der Bedingungen hat Einfluss auf die Fauna und die Flora. Ich bin der Meinung, dass das Streben nach einen Adrenalinkick und somit das Skifahren ausserhalb der markierten Pisten vor allem der Fauna den grössten Schaden anrichtet. Die Waldbewohner halten sich meiner Meinung nach daher konzentrierter in den verlassen Waldabschnitten auf. Durch die Störung der „Freerider“ werden diese oftmals gestresst und sind anschliessend nicht mehr in der Lage den Winter zu überstehen. Ein gutes Beispiel sind hier die Raubfusshühner welche in der Nähe von Skipisten kaum noch anzutreffen sind.

Quelle Literatur:

Teich, M. et al., 2007. Klimawandel und Wintertourismus: Ökonomische und ökologische Auswirkungen von technischer Beschneiung, Davos: Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung. https://www.researchgate.net/profile/Christian_Rixen/publication/228663378_Klimawandel_und_Wintertourismus_Okonomische_und_okologische_Auswirkungen_von_technischer_Beschneiung/links/0fcfd50804153a5981000000.pdf

https://www.seco.admin.ch/dam/seco/de/dokumente/Standortfoerderung/Tourismus/Strategische%20Themen/Klimawandel/HTW_Schneesicherheit_2012.pdf.download.pdf/Nat%C3%BCrliche%20und%20technische%20Schneesicherheit%20in%20einer%20w%C3%A4rmeren%20Zukunft.pdf

https://www.nzz.ch/schweiz/im-schneestaub-der-wintermacher-1.18682058

Quelle Grafik https://www.nzz.ch/schweiz/im-schneestaub-der-wintermacher-1.18682058