“Trinkhalm” – gibt es eine Alternative zum Plastik?

Jeder kennt sie und jeder hat sie schon einmal benutzt. Die Trinkhalme, womit jedes Getränk entspannt und einfach genossen werden kann. Doch genau diese sind auch eine grosse Umweltbelastung. Deshalb gehen wir der Frage nach, wie schädlich die Halme aus Plastik sind und ob effektive Alternativen gibt.

Nach Angaben der Plastic Pollution Coalition werden in den USA täglich mehr als 500 Millionen Plastikstrohhalme verwendet. Einmal verwendet, werden diese kurzlebigen Helfer ohne schlechtes Gewissen in den Mülleimer geworfen. Mach dir keine Sorgen, wir urteilen nicht – ich habe es auch viele Male getan. Aber wenn wir uns bewusst machen, was diese Handlung bewirkt, erkennen wir, dass dieses Einwegprodukt aus Kunststoff dafür verantwortlich ist, dass unsere Mülldeponien vollgestopft werden. Es wäre großartig, wenn wir sie recyceln könnten, aber leider sind sie zu leicht, um sich durch die mechanischen Sortierer zu bewegen.

Wenn du glaubst, dass eine halbe Milliarde Strohhalme doch gar nicht möglich ist, überleg dir, wie viele To-Go-Getränke jeden Tag in den USA konsumiert werden. All diese Smoothies, Frapaccinos, Kombuchas und Limonaden werden mit einem einzeln verpackten Plastikstrohhalm geliefert. Viele Restaurants servieren immer noch Wasser, Softdrinks und Cocktails mit einem Strohhalm. Jeder von diesen summiert sich, und mit ungefähr 323 Millionen US-Bürgern wird es ziemlich leicht, zu einer halben Milliarde zu kommen.

Es geht auch nicht nur um die Mülldeponie. Diese Strohhalme gelangen ebenfalls in unsere Ozeane. Dank ihres leichten Profils können sie leicht aus überfüllten Mülleimern geblasen werden, und jeder Regenrinnen- und Regenabfluss gelangt schließlich zurück in den Ozean. Sobald sie das Wasser erreichen, können die Meeresbewohner die Trinkhalme versehentlich aufnehmen, was bei Seevögeln und Schildkröten eine 50% ige Sterblichkeitsrate verursacht. Die nicht aufgenommenen Trinkhalme zerfallen in “Mikroplastik”, verstopfen die Wasserwege und bedrohen Fische.

Alternativen

Eine Möglichkeit ist der absolute Verzicht, aber es gibt eine Reihe von alternativen Möglichkeiten, wenn Sie nicht ohne den Strohhalm leben können. Optionen für ozeanfreundliche, nachhaltige Strohhalme umfassen:

  • Ohne Trinkhalme – Wenn du ohne Trinkhalme leben kannst, dann sag im Restaurant etc. freundlich, dass du keinen Trinkhalm möchtest.
  • Aardvark Papier-Trinkhalme – Diese Trinkhalme sind langlebig und flexibel. Besser noch: Sie sind biologisch abbaubar und zerfallen in nur 45-90 Tagen. Mehr Informationen gibt es auf https://www.aardvarkstraws.com/
  • Einfache Glas-Trinkhalme – Diese Glashalme sehen wunderschön in einem Einmachglas aus! Sie sind wiederverwendbar, BPA-frei und hypoallergen. Mehr Informationen dazu gibt es auf https://simplystraws.com/
  • Klean Kanteen Edelstahl- und Silikontrinkhalme – Anstatt sich für einen Einwegbecher zu entscheiden, verwenden Sie stattdessen einen wiederverwendbaren Becher. Diese Wasserflaschen, Isolierbecher und Edelstahlbecher machen es leicht, Plastikhalme zu verneinen. Mehr Informationen finden du auf https://www.kleankanteen.com/collections/accessories
  • Bambus-Trinkhalme – Warum nicht ein natürlich vorkommendes Stroh verwenden, wenn du könntest? Diese Bambus Strohhalme sind so nachhaltig wie es nur geht. Bambus ist eine schnell wachsende Art von Holz, daher müssen sie nur auf Strohgröße zurechtgeschnitten werden. Informationen auf https://strawfree.org/shop/
  • Steelys Metalltrinkhalme – Edelstahl ist sehr gut wiederverwendbar und somit eine gute Alternative zu Kunststoff. Sie kommen in geraden oder gebogenen Modellen, und Sie können eine Drahtreinigungsbürste kaufen, um sicherzustellen, dass sie sauber bleiben.  https://steelysdrinkware.com/products/stainless-steel-straws-accessories/
  • Getreide-Strohhalme – Diese Strohhalme werden tatsächlich aus Getreide hergestellt! Hergestellt in Kalifornien, sind Getreide-Strohhalme einige der umweltfreundlichsten Trinkhalme. Sie kommen getrocknet, desinfiziert und gebrauchsfertig. http://www.harveststraws.com/

Schlussendlich sollte jeder eine passende Alternative zum Plastiktrinkhalm finden.  Den wie oben gesehen gibt es viele verschiedene und mit jeder plastikfreien Alternative kann die Umwelt wieder ein bisschen mehr geschützt werden.

 

Quelle:

https://thelastplasticstraw.org/resources/

https://www.globalcitizen.org/en/content/alternatives-to-plastic-straws-eco-friendly/

https://tedium.co/2017/06/06/plastic-straw-sustainability-problems/

https://www.marthastewart.com/1524288/sustainable-swaps-plastic-straw-alternatives

http://www.wideopeneats.com/switch-to-sustainable-straws-because-we-should-all-be-skipping-plastic-straws/

Wie lange wird das Ölzeitalter dauern.

Die Geschichte war vom Öl und seinen Preisbewegungen so fasziniert, dass man sich unsere Zukunft ohne Öl kaum vorstellen kann. Inmden letzten Jahr konnten wir beobachten, dass die Ölpreise um  57,4%  von 43.95 CHF auf 76.10 CHF gestiegen sind. Es ist interessant festzustellen, dass die Ölpreise trotz des größten Ölkartells der Welt, das sich entschlossen hat, an seinem hohen Produktionsniveau festzuhalten, hauptsächlich aufgrund fallender US-Rohöllagerbestände und einer starken Nachfrage gestiegen sind. Allerdings könnte die derzeitige Aufwärtsziehen nur von kurzer Dauer sein, und es könnte noch einen weiteren Rückgang des internationalen Ölpreises geben, wenn der Iran schließlich sein Öl mit voller Kapazität auf den Markt pumpt und möglicherweise eine weitere Angebotsschwemme schafft. Bei diesen endlosen Preiskrieges ist es wichtig, einen ganzheitlichen Blick auf die globale Energieindustrie zu werfen und zu hinterfragen, in welche Richtung sie geht. Ändert sich die Dynamik der globalen Energie mit den derzeitigen Verbesserungen bei erneuerbaren Energiequellen und erschwinglichen neuen Speichertechnologien? Kann das Ölzeitalter in naher Zukunft enden? Werden wir jemals aufhören, fieberhaft den Anstieg und Fall der Ölpreise zu analysieren? Oder wird Öl in unserer Lebenszeit unersetzbar bleiben?

Sind Erneuerbare Energien bereit, das Ölzeitalter zu übernehmen?

Mit wenig oder gar keiner Umweltverschmutzung werden erneuerbare Energien wie Sonnen-, Wind- und Biokraftstoffe von vielen als Mittel angesehen, die steigenden Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Öl als nachhaltige Alternative zu ersetzen. Es gibt kaum Zweifel, warum China, die USA, Japan, Großbritannien und Deutschland, einige der größten Energiefresser der Welt, stark in erneuerbare Energien investiert haben.

Laut einer Studie des Collaboration Center für Klima und nachhaltige Energiefinanzierung der Universität Frankfurt am Main, des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und Bloomberg New Energy Finance gingen die weltweiten Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien vom Jahr 2011 am Stagnieren. Das Jahr 2013 verzeichnete sogar einen rückgang von von  8%. Einer der Hauptgründe für diesen Rückgang war der Rückzug einiger großer Ölfirmen wie BP, Chevron und Conoco Phillips. Diese Unternehmen haben ihre Investitionen in erneuerbare Energien deutlich reduziert und beschlossen, sich auf ihr “Kerngeschäft” zu konzentrieren; das heißt, Öl und Gas.

Nimmt man jedoch das Beispiel der Solarindustrie, wo die Kosten für ein durchschnittliches Fotovoltaikpanel mit einer Rate von mehr als 10% pro Jahr sinken, sehen wir, dass die erneuerbaren Energien trotz reduzierter globaler Investitionen immer noch sehr stark sind versprechen. Einige der großen integrierten Öl- und Gasunternehmen wie Shell, Total und Statoil haben ihre Investitionen in erneuerbare Energien langsam und stetig erhöht. Shell investiert viel in Biokraftstoffe, während Total mit seiner Beteiligung an Sunpower substanziell in den Solarsektor investiert, während Statoil auf Windenergie setzt. Dies zeigt, dass erneuerbare Energien ein Phänomen sind, von dem viele glauben, dass es Öl doch noch ablösen könnte.

Doch was können wir erwarten?

Wenn wir uns China ansehen, den zweitgrößten globalen Ölverbraucher, stellen wir fest, dass seine Ölverbrauchsrate ungefähr ein Drittel der weltweiten Gesamtverbrauchsraten ausmacht und keine Anzeichen einer Verlangsamung zeigt. Tatsächlich sagt die EIA sogar ein stetiges Wachstum der chinesischen Ölproduktion voraus, die im Jahr 2020 4,6 Millionen Barrel pro Tag und im Jahr 2040 5,6 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird.

China hat auch stark in den Aufbau seiner strategischen Erdölreserven investiert und plant, diese bis 2020 auf 500 Millionen Barrel auszubauen.

Neben  China isst auch  Indien einer der zwei am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, die stark in erneuerbare Energien investieren, aber auch ihre Öl- und Gasbestrebungen sichern. Wenn wir die vergangenen Ölpreisentwicklungen analysieren, stellen wir außerdem fest, dass die Volatilität in Bezug auf geopolitische Gleichungen, Spekulationen, Kriege, Wirtschaftssanktionen und Klimawandel die globalen Energiemärkte immer an der Zukunft raten ließ. Die Welt ist immer noch kurzsichtig, wenn es um Energie geht. Ja, es will erneuerbare Energien fördern, aber nicht auf Kosten von Öl. Was auch immer mit den Ölpreisen in den kommenden Jahren passiert, eines ist sicher: Das Öl-Zeitalter wird nicht in naher Zukunft enden, zumindest nicht in den nächsten 30 Jahren.

Quellen

https://aee-kongress.ch/files/user/pages/fr/congres/2018/Praesentationen/AEESUISSE-Congres-2018_Michael_Liebreich.pdf

https://www.bnef.com/dataview/clean-energy-investment/index.html

https://oilprice.com/Alternative-Energy/Solar-Energy/Is-Solar-Energy-Ready-To-Compete-With-Oil-And-Other-Fossil-Fuels.html

https://www.shell.com/energy-and-innovation/the-energy-future.html#vanity-aHR0cHM6Ly93d3cuc2hlbGwuY29tL2dsb2JhbC9mdXR1cmUtZW5lcmd5L3NoYXBpbmctZnV0dXJlLmh0bWw

“Plogging” – der neue Trend?

Die Statistiken über Plastikverschmutzung sollte jeden nachdenklich stimmen. Jedes Jahr produzieren wir 300 Millionen Tonnen Plastik und rund 8,8 Millionen Tonnen davon werden in den Ozeanen abgeladen und bedrohen unzählige Tiere, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. Als wäre das nicht schlimm genug, wird geschätzt, dass es bis 2050 mehr Plastik im Meer geben wird als Fisch.

Erfreulich ist, dass es immer wieder neue Ideen gibt um diese Missstände zu bekämpfen. Der neuste Trend, welcher sich unteranderem mit dieser Thematik auseinandersetzt ist Plogging. Das Wort setzt sich aus joggen und «plocka» (schwedisch für etwas aufheben) zusammen. Der Umweltaktivist Erik Ahlström gilt als Gründer dieser Bewegung, welches den Ursprung in Schweden hatte. Um beim Plogging mitzumachen, wird nur Sportbekleidung, einen kleinen Müllsack und ein Paar Handschuhe benötigt. Aber wie genau läuft jetzt das ab? Eigentlich ist es ganz simpel. Mehrheitlich zusammen in einer Laufgruppe wird gejoggt. Anders als bei einem normalen Lauftraining ist der Blick auf die Umgebung gerichtet. Alle halten während dem laufen Ausschau nach Abfall. Sobald dieser entdeckt wird, kommt der Abfall in den mitgebrachten Müllsack. Somit wird eine sportliche Aktivität mit einer guten Sache für die Umwelt kombiniert. Nach einem Lauftraining entsorgen die Läufer den gesammelten Müll fachgerecht in der Recyclingstation.

«It is all about doing something about our environment and health before it is too late», erklärte die in Schweden ansässige Gruppe Plogga auf ihrer Facebook-Seite. «We have found a solution to the problem that makes it no longer taboo to pick up trash and clean up.»

Nach der Verbreitung von Plogging in Schweden hat der Trend auch andere Länder erreicht. An verschiedenen Orten bilden sich inzwischen Plogging-Gruppen, welche von Paris über London bis Thailand reichen. Ein weiterer Erfolg dieses Trends ist die Interaktion mit den sozialen Medien. Unter dem Hashtag #plogging tragen die Gruppen ihre Erfolge auf Instagram zusammen. Diese Bilder motivieren unteranderem wieder andere sich selbst zu beteiligen. Somit nimmt die Verbreitung weiter zu und es wird immer mehr Abfall gesammelt. Jedoch sollte die sportliche Aktivität nicht vergessen gehen. Durch die Bewegung und das einsammeln von Abfall werden Muskeln beansprucht, die beim normalen Laufen nie aktiviert werden. Somit trainiert man effektiver als beim normalen joggen und kann gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt machen.

Doch wie treffen sich die Ploggers genau? Zum einen gibt es diverse Facebook-Gruppen, wo die verschiedenen Events gepostet werden. Des Weiteren gibt es eine App von einem französischem Entwicklerteam. Diese nennt sich Run Eco Team. Dort können die Läufe hochgeladen werden. Es wird die gelaufene Distanz angezeigt, sowie ein Bild mit der Müllausbeute auf der Weltkarte. Natürlich kann man sich mit der App auch untereinander organisieren. Die Nutzer von Run Eco Team sammeln wöchentlich im Durchschnitt etwa 19 Tonnen Abfall. Die App ist kostenlos und kann von jedem benutzt werden.

In der Schweiz ist der Trend ebenfalls angekommen. Seit Januar 2018 gibt es ein Schweizer Run Eco Team. Die Anzahl der Mitglieder wächst rasant. Auch in der Westschweiz gab es schon einige Events, wo die Leute Müll aufgesammelt haben. Am 2 Juni gibt es einen Event von «Züri rännt». Es wird ein Plogging durch Zürich geben. Falls jemand Interesse hat, an diesem Event teilzunehmen, auf der Website https://zueriraennt.ch/zueri-raennt-plogging-2/ sind alle wichtigen Details aufgelistet.

Durch Plogging kann die Umwelt wie auch der Mensch fit gemacht werden. Deshalb ist es wichtig, solche Ideen zu unterstützen und somit ein Zeichen gegen die Umweltverschmutzung zu geben.

Quellen:

https://www.apartmenttherapy.com/plogging-running-fitness-sweden-litter-255907

http://www.konbini.com/ch-de/lebensstil/joggen-und-muell-aufsammeln-der-plogging-trend-jetzt-auch-in-der-schweiz/

http://www.onegreenplanet.org/environment/what-is-plogging/

https://www.trendsderzukunft.de/plogging-umweltfreundlicher-fitnesstrend-aus-skandinavien-erobert-die-welt/

https://www.srf.ch/news/panorama/umweltbewusste-sportler-schwedens-joggende-muellabfuhr

Wie Nachhaltig sind Photovoltaikanlagen (Solargeneratoren)?

Solare Photovoltaikanlagen erzeugen “freien” Strom aus Sonnenlicht, aber die Herstellung der Anlagen ist ein sehr energieintensiver Prozess.

Es wird allgemein angenommen, dass es nur wenige Jahre dauert, bis Sonnenkollektoren so viel Energie erzeugen, wie für ihre Herstellung benötigt wird, was zu sehr niedrigen Treibhausgasemissionen im Vergleich zu konventionellem Netzstrom führt.

Die Studien, auf denen diese Annahme beruhen, sind jedoch von einer Handvoll von Forschern verfasst worden, die eine “positive” Ausrichtung auf Solar PV haben. Eine kritischere Analyse zeigt jedoch, dass die kumulierte Energie- und CO2-Bilanz der Industrie tendenziell negativ ist, was bedeutet, dass die Photovoltaik den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen tatsächlich in die höhe treibt, anstatt sie zu senken.

Dies bedeutet nicht, dass die Technologie nutzlos ist. Es ist nur so, dass unser Ansatz falsch ist. Durch die sorgfältige Auswahl des Standortes für die Herstellung und die Installation von Solarmodulen könnte das Potenzial von Solarenergie enorm sein. Wir müssen die Art und Weise, wie wir Solarenergiesysteme weltweit nutzen und produzieren, neu überdenken.

Die Produktion wurde nach China verlegt

Eine kritische Betrachtung der Photovoltaikanlagen zeichnet sich leider ein ganz anderes Bild auf. Viele Kommentare von Experten behaupten die sinkenden Kosten von Solar-PV auf effizientere Herstellungsprozesse und Skaleneffekte zurück. Wenn wir uns jedoch die untenstehende Grafik ansehen, sehen wir, dass sich der Kostenrückgang ab 2009 stark beschleunigt. Diese Beschleunigung hat nichts mit effizienteren Herstellungsprozessen oder einem technologischen Durchbruch zu tun. Es ist vielmehr die Konsequenz, dass fast die gesamte Photovoltik Fertigungsindustrie von westlichen Ländern in asiatische Länder verlagert wird, wo Arbeit und Energie billiger sind und wo Umweltbeschränkungen lockerer sind.

Im Vergleich zu Europa, Japan und den USA ist das Stromnetz in China etwa doppelt so kohlenstoffintensiv und etwa 50% weniger energieeffizient.  Da die Herstellung von Solarzellen stark von der Nutzung von Elektrizität abhängt ist, bedeutet dies, dass trotz der niedrigeren Preise und der steigenden Effizienz die Produktion von Solarzellen erfolgt energieintensiver wird, was zu längeren Amortisationszeiten und höheren Treibhausgasemissionen führt. Die geografische Verschiebung in der Fertigung hat dazu geführt, dass fast alle Lebenszyklusanalysen von Photovoltaikanlagen veraltet wurden, weil sie auf  Szenarien der inländischen Produktion entweder in Europa oder in den Vereinigten Staaten basieren.

Die Lösung: Die Herstellung und Verwendung von Photovoltaikanlagen muss überdacht werden.

Offensichtlich könnte die Netto-CO2-Bilanz der Photovoltaik durch eine Regulierung der Industrie verbessert werden, aber das wäre nicht wünschenswert. Wenn wir wollen, dass Photovoltaikanlangen wichtiger werden, müssen diese auf dem Markt schneller wachsen. Daher ist es viel interessanter, sich auf die Verringerung der grauen Energie von Photovoltaikanlangen zu konzentrieren, was automatisch zu höheren nachhaltigen Wachstumsraten führt. Je kürzer die Amortisationszeiten für Energie und CO2 sind, desto schneller kann die Industrie wachsen.

Die Energie und CO2 wird aufgrund technologischer Fortschritte, wie höhere Solarzellenwirkungsgrade und effizientere Herstellungstechniken und auch als Folge der Wiederverwertung von Solarzellen, die zwar noch nicht umgesetzt wird, allmählich abnehmen. Am wichtigsten ist jedoch, wo Solarzellen hergestellt werden und wo sie installiert werden. Der Standort der Produktion und der Installation ist ein entscheidender Faktor, da in einer Lebenszyklusanalyse drei Parameter ortsabhängig sind:die Kohlenstoffintensität des in der Produktion verwendeten Stroms, die Kohlenstoffintensität des verdrängten Strommix am Aufstellungsort und die Sonneneinstrahlung am Installationsort.

Quellen

http://www.ren21.net/Portals/0/documents/Resources/GSR/2014/GSR2014_full%20report_low%20res.pdf

https://www.bloomberg.com/quicktake/solar-energy

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0038092X14001935

https://www.slideshare.net/gregbriner/the-climate-change-mitigation-potential-of-the-solar-pv-industry-a-life-cycle-perspective.

Die Ozeane – Die Müllhalde der Welt

Die Ozeane –  Die Müllhalde der Welt

 

Als ich letzte Woche in dem Tauchladen meines Vertrauens einkaufen war, bekam ich einen Sack in die Hand gedrückt. Mir wurde erklärt, dass wir dringend etwas gegen den Müll in unserem Gewässern machen müssen. Daher soll ich nun auf meinen Tauchgängen in den Schweizer Seen den Müll einsammeln. Das Thema beschäftigte mich nach dem Gespräch einigte Tage. Ich wusste bereits vorher, dass der Müll in den Gewässern und Ozeanen dieser Erde ein massives Problem ist. Jedoch bin ich nur so früh durch mein Hobby auf das Problem aufmerksam geworden. Daher habe ich mich entschieden einen Blogbeitrag zudem Thema zu schreiben.

In den Ozeanen der Welt schwimmen, Schätzungen zu folge, 86 Millionen Tonnen Plastik. Davon stammen rund 80% vom Land und werden durch Flüsse oder durch den Wind ins Meer getragen. 20% der Abfälle stammen von der Fischerei. Es handelt sich dabei um viele Fischernetze, welche als Geisternetze in den Ozeanen treiben und immer noch für viele Lebewesen eine tödliche Falle darstellen. Der Plastik ist der Bestandteil im Abfall, welcher für die Natur besonders problematisch ist, da dieser biologisch nicht abbaubar ist. Viele Meereslebewesen, wie Schildkröten, Wale oder Delfine fressen die Plastikteile, weil diese für Nahrung gehalten werden. Der Abfall blockiert die Atemwege und die Nahrungsaufnahme der Tiere. Ein weiteres Problem dabei ist, dass viele Chemikalien im Plastik und anderen Bestandteilen des Abfalls enthalten sind, welche ins Meer gelangen.

Um dem Problem entgegen zu wirken gibt es unzählige Kampagnen. Ich möchte euch eine internationale und eine Schweizer Kampagne vorstellen, welche von Tauchern ins Leben gerufen wurden.

Project AWARE ist ein internationales Netzwerk von Wassersportlern, welches sich für den Schutz der Meere einsetzt. Dabei setzten sie sich für die Reinigung der Ozeane, sowie den Artenschutz ein. Besonders beim Reinigen und Sammeln von Abfall kann die Community viel bewirken. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Taucher Mitglieder sind und daher über die Ausrüstung und das Knowhow verfügen Plastik auf dem Meeresgrund einzusammeln. Die Taucher können zwar nicht wirklich viel Abfall sammeln, jedoch an wichtigen Orten, wie bei Korallenriffen oder in Küsten nähe. Zudem unterschützt die Tauchercommunity auch Projekte ausserhalb des Wassers. Ein Beispiel dafür sind die Bemühungen verschiedene Hai Arten besser zu schützten, da diese für das Gleichgewicht im Meer extrem wichtig sind.

Eine nationale Kampagne ist die SUAT (Schweizer Umwelt und Abfalltaucher). Die SUAT ist besonders im Gebiet um Zürich aktiv und organisiert wöchentliche Events, bei welchen bis zu 500 kg Abfall geborgen wird. Zudem organisiert der Verein einmalige Events, wie die Putzaktion nach der Street Parade. Bei solchen Aktionen werden schnell mal mehr als 5’000 kg Abfall gesammelt und weitere skurrile Entdeckungen gemacht. So fanden die Taucher bereits Waffen, Tresore, Motorräder und Autos.

Abschliessend kann gesagt werden, dass die meisten Taucher sich extrem für den Schutz der Ozeane einsetzen. Jedoch reicht dies nicht. Es braucht ein Umdenken der gesamten Menschheit sowie gesetzliche Rahmenbedingungen um einen effektiven Schutz der Meere zu gewährleisten. Ein Schritt in die richtige Richtung macht zurzeit die EU. Es sollen zehn Kunststoff-Einweggegenstände verboten werden. Darunter fallen zum Beispiel Plastikbesteck und Geschirr oder Strohhalme. Trotzdem ist dies nur ein kleiner Tropfen auf den heissen Stein.

Quellen:

 

Können Olympische Spiele nachhaltig sein?

Die letzten Olympischen Spiele in PyeongChang, Rio und Sochi haben gezeigt, dass diese Grossanlässe nur wenig oder sogar gar keine Nachhaltigkeit aufweisen. Es wurden neue Sportanlagen erstellt, welche nur für die Olympischen Spiele verwendet werden. In PyeongChang wurde beispielsweise nur für die Eröffnungs- und Schlusszeremonie eine Arena erstellt. In welche rund 35 Mio. Franken investiert worden sind. Jetzt, einige Monate nach diesen Spielen hat diese Arena keinen Nutzen mehr. Wahrscheinlich wird sie bis auf einen kleinen Teil, welcher als Museum genutzt wird, abgerissen. Ein kleiner Lichtblick besteht, denn die Materialien der abgerissenen Arena werden wiederverwendet. Des Weiteren werden neun der zwölf neuen Anlagen in Zukunft nicht genutzt. Die Waldrodung für den Bau der Skipisten hat nichts mit einem nachhaltigen Eingriff in die Natur zu tun, denn es wurden über 58‘000 Bäume am Berg Gariwang gerodet. Die gerodeten Bäume waren teilweise über 500 Jahre alt. Auch bei den olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro wird die aufgebaute Infrastruktur kaum noch genutzt.

Die obenstehenden Bilder zeigen das Schwimmstadion sechs Monate nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Die kunstvolle Aussenhülle ist zerfetzt und flattert im Wind. Im Inneren sind die Becken leer und verrosten langsam. Zwei Jahre zuvor (2014) fand in Brasilien die Fussball-Weltmeisterschaft statt. Das Fussballstadion „Maracanã“ indem das Endspiel stattgefunden hat, befindet sich in einem ähnlich, katastrophalen Zustand. Trotz Absperrungen wurde in das Stadion eingebrochen und dabei Wertgegenstände wie Fernsehgeräte gestohlen oder Sitze herausgerissen. Das Terrain ist nicht mehr bespielbar, die Sonne hat den Rasen verbrannt.

Zur Bereitstellung der Infrastruktur wurde auch in Brasilien bedeutende Eingriffe in die Ökologie vorgenommen, beispielsweise wurde ein Teil des Naturschutzgebietes “Reserva da Marapendi“ zerstört um die Golfanlage für die Olympischen Spiele zu erbauen. Obwohl in der Region bereits zwei Golfplätze vorhanden sind. Neben den Eingriffen in die Natur hat ein Grossanlass weitere Folgen für die Ökologie, bei den Olympischen Spielen in Rio sollen rund 3.6 Mio. Tonnen CO2 ausgestossen worden sein. Der Grossteil dieser CO2-Emission entstand durch die Flugreisen der Zuschauer.

Aktuell kandidiert auch die Schweiz mit Sion 2026 für die Olympischen Winterspiele. Die Befürworter dieses Projekts sprechen von sehr nachhaltigen Spielen, da die bestehende Infrastruktur in unserem Land verwendet werden soll. Diese Infrastruktur soll erneuert werden und nach den Olympischen Spielen weiterhin für touristische und sportliche Angebote genutzt werden. Gemäss Organisationskomitee werden nur rund 75 Mio. für die Renovation und den Ausbau der bestehenden Infrastruktur im Kanton Wallis verwendet. Trotzdem werden auch die Olympischen Spielen in der Schweiz ein finanzielles Defizit von rund 830 Mio. Franken ausweisen. Die Olympischen Spiele sollen in den Kantonen Wallis, Graubünden, Freiburg, Waadt und Bern stattfinden, dies damit keine neue Infrastruktur aufgebaut werden muss.

Fazit

Ein Grossanlass wie die Olympischen Spiele können nicht zu hundert Prozent nachhaltig gestalten werden. Bei den letzten Olympischen Spielen galt das Motto, noch grösser, noch imposanter. Daher hat sich das IOC (International Olympic Committee) für nachhaltige Olympische Spiele eingesetzt. Mit Sion 2026 könnten nachhaltige Spiele durchgeführt werden, da die Infrastruktur bereits vorhanden ist. Diese Infrastruktur wird schon vor und auch nach den Olympischen Spielen für touristische oder sportliche Zwecke verwendet. In Zukunft sollten nur Grossanlässe in Ländern und Regionen stattfinden, in denen der Grossteil der Infrastruktur vorhanden ist. Die Ländern, die diese Infrastruktur nicht nachhaltig zu nutzen vermögen, sollen keine Grossanlässe durchzuführen dürfen.

Quellen

https://www.nzz.ch/schweiz/eine-milliarde-fuer-olympische-spiele-sion-2026-ld.1321299

http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/maracana-olympia-stadien-vergammeln-nach-rio-2016-14886665.html

https://www.umweltnetz-schweiz.ch/themen/umweltschutz/2794-olympia-suedkorea-nachhaltig.html

https://www.umweltnetz-schweiz.ch/themen/konsum/2278-ausgespielt-konsequenzen-von-rio-2016.html

https://sion2026.ch/de_CH

Grafiken

http://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/maracana-olympia-stadien-vergammeln-nach-rio-2016-14886665.html

Die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie

Die Textilindustrie ist eine der grössten auf der Welt. Im Kleidungs- und Schuhsektor arbeiten weltweit zwischen 60 und 75 Millionen Menschen (Daten aus 2014). Die Branche hat sich in den letzten Jahrzehnten extrem vergrössert. In 2000 arbeiteten in der Textilindustrie «nur» 20 Millionen Menschen. Das entspricht einem Anstieg an Arbeitskräften von 300 bis 375%.

Um den grösstmöglichen Gewinn zu erwirtschaften, werden die Kleider und Schuhe in Ländern produziert, in welchen die Löhne sehr tief sind. Deshalb sind asiatische Länder bei den Unternehmen sehr beliebt. Der weltweit grösste Exporteur ist China. Das Land exportierte in 2016 Textilien im Wert von 104.7 Milliarden US-Dollar. Indien, Bangladesch und Pakistan sind in der Textilbranche auch stark vertreten.

Primark

Der irische Textilgigant Primark bietet seinen Kunden Kleider, Schuhe und Schmuck. Das Unternehmen verfügt über mehr als 300 Läden und beschäftigt über 48000 Mitarbeiter. Es ist nicht nur in der UK tätig, sondern auch in ganz Europa und den USA. Primark ist bekannt, dass es eine grosse Palette von Waren zu sehr tiefen Preisen anbietet.

Primark hat in seinen Verhaltensregeln deutlich aufgelistet, dass es ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Unternehmen ist. Die Arbeitsbedingungen und die Löhne der Arbeiter seien auf gutem Niveau und es gäbe keine Kinderarbeit. Leider entspricht das nicht der Wirklichkeit. Eine durchschnittliche Hilfskraft bekommt täglich etwa 2 Euro. Dabei wäre der durchschnittliche Mindestlohn etwa bei 2.60 Euro pro Tag. Der zurzeit bezahlte Lohn reicht nicht aus, um das lebensnotwendige Minimum zu decken. Deshalb müssen viele der Arbeiter in Armut leben. Sie werden zu diesen Arbeitsbedingungen gezwungen und wenn sie sich zu wehren versuchen, werden sie entweder entlassen. Danach wieder Arbeit zu finden ist praktisch unmöglich.

In der Textilbranche arbeiten weltweit 168 Millionen Kinder. Etwa die Hälfte davon müssen ausserdem unter gefährliche Bedingungen arbeiten. In Bangladesch beispielsweise sind etwa 10% aller Kinder von 5 bis 14 Jahren in den Textilfabriken tätig, in denen auch unter anderem Primark-Waren hergestellt werden.

Das irische Unternehmen verfügt über 100 Experten, die für das ethische Handeln und die ökologische Nachhaltigkeit in den Produktionsländern zuständig sind. Diese Experten sollen jede der Fabriken, in denen Primark-Waren hergestellt werden, mindestens einmal pro Jahr kontrollieren, um solche Situationen zu verhindern. In Wirklichkeit gibt es jedoch noch viele Fabriken, in denen weiterhin Probleme existieren, welche das Leben und die Gesundheit der Arbeiter gefährden. Das berühmteste Beispiel stammt aus dem Jahr 2013. Am 24. April stürzte eine Textilfabrik ein, in welcher unter anderem auch Primark-Waren hergestellt wurden. Dabei kamen 1138 Menschen ums Leben und weitere 2000 wurden verletzt. Das war die bisher grösste Tragödie in Bezug auf die Textilbranche.

Bild: Einsturz des Rana Plaza-Gebäude in Bangladesch, 2013

Nach dieser Tragödie musste Primark handeln. Das Unternehmen hat bis heute mehr als 14 Millionen US-Dollar and die Betroffenen als Entschädigungen bezahlt und war der erste Textilproduzent, der das Abkommen für Brandschutz und Gebäudesicherheit unterzeichnet hat.

Ein sehr grosses Risiko, das mit der Herstellung von Kleidern und Schuhen verbunden ist, sind die bei der Färbung entstehenden Giftstoffe. Diese Giftstoffe sind nicht nur in der Luft, sondern gelangen auch in Flüsse und Böden. Fische und Pflanzen nehmen diese Stoffe auf. Wenn sie dann von den Menschen in Form von Nahrung aufgenommen werden, können diese Stoffe zu Erkrankungen führen.
Primark hat sich im Juli 2011 der «Detox my Fashion-Kampagne» angeschlossen, mit dem Ziel, eine giftfreie Produktion von Textilien bis 2020 zu erreichen. Zurzeit steht das Unternehmen nach der Analyse von Greenpeace «im Wandel». Dies bedeutet, dass das Unternehmen auf gutem Weg steht, das Ziel der Kampagne bis zur Deadline zu erreichen.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Primark nicht das getan hat, was es angegeben hat. Das hat zum schlechten Image der Firma in den letzten Jahren geführt. Dennoch versucht sich das Unternehmen zu verbessern und seine Nachhaltigkeit für die Zukunft zu fördern.

 

Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/209828/umfrage/wichtigste-exportlaender-fuer-textilien/. (Zugriff am 29.05.2018)

http://www.detoxcatwalk.de/. (Zugriff am 29.05.2018)

https://www.greenpeace.org/archive-international/en/press/releases/2014/Primark-joins-the-toxic-free-trend/. (Zugriff am 29.05.2018)

http://bonsum.de/magazin/produktionslaender-wo-kommt-unsere-kleidung-her. (Zugriff am 29.05.2018)

https://cleanclothes.org/resources/publications/factsheets/general-factsheet-garment-industry-february-2015.pdf. (Zugriff am 29.05.2018)

https://www.primark.com/~/media/ourethics/code%20of%20conduct/new-pdfs/english-primark-code-of-conduct.ashx. (Zugriff am 29.05.2018)

https://fashionunited.de/v1/leads/textilindustrie-kinderarbeit-noch-verbreitet/201310083672. (Zugriff am 29.05.2018)

Das Geschäft mit dem Wasser

Das Sortiment an abgefülltem Wasser ist heutzutage bei vielen Detailhändlern immens gross. Diverse Marken stehen zur Auswahl. Viele davon stammen von Nestlé. Circa 7.5 Millionen CHF Umsatz erwirtschaftete Nestlé im Jahr 2017 (Statista, 2018) durch den Verkauf von abgefülltem Wasser auf der ganzen Welt.

Pure Life: Eines der meistverkaufen Flaschenwasser der Welt

Nestlés Wassergeschäft

Nestlé erwirbt weltweit laufend Wasserrechte, um das Quellwasser anschliessend in Flaschen abzufüllen. Auch Grundwasser wird von Nestlé ohne Rücksicht auf die Umwelt abgepumpt. Dafür zahlt der Konzern einen sehr geringen Betrag. Ein Beispiel in der kanadischen Ortschaft Hope zeigt, wie billig die Wasserrechte sein können. In einem Jahr pumpt Nestlé dort 265 Millionen Liter Grundwasser aus dem Boden. Dafür zahlen sie einen Betrag von 596,25 Dollar. Das sind gerade einmal 2.25 Dollar für eine Million Liter Wasser (Tagesanzeiger, 2015). Ein anderes Beispiel zeigt die Situation für die Marke “Poland Spring”. In Fryeburg in den USA pumpt Nestlé täglich eine Million Liter Quellwasser. Dafür zahlt Nestlé dem Eigentümer für einen Tankwagen mit 30’000 Litern 10 Dollar (Film: Bottled life). Dies ist zwar mit ca. 333 Dollar für eine Million Liter mehr Geld als im obigen Beispiel, jedoch immer noch ein verschwindend kleiner Betrag. Diverse Petitionen kämpfen gegen solche Praktiken von Nestlé. Diese sind jedoch aufgrund der geltenden rechtlichen Bestimmungen meistens erfolglos.

Besonders in Drittweltländern ist das Abpumpen des Wassers ein Problem für die Menschen. Durch das Abpumpen wird der Grundwasserspiegel gesenkt und die ansässigen Bewohner kommen nicht mehr zu ihrem Trinkwasser. Das abgefüllte Wasser können sie sich mit ihrem tiefen Einkommen nicht leisten, dies kann sich nur die Mittel- Oberschicht. Solche Geschäftspraktiken stehen im starken Widerspruch zu den Zielen von Nestlé. Auf ihrer Homepage schreibt Nestlé: «Nestlé unterstützt ausdrücklich das Menschenrecht auf Wasser. In unseren Unternehmensgrundsätzen ist das Recht auf Wasser für den Grundbedarf, insbesondere für die persönliche Flüssigkeitsversorgung und für die Basishygiene aufgenommen und damit eine verbindliche Grundlage für unsere Geschäftstätigkeit weltweit.» (Nestlé, 2018) Durch diverse Hilfsprojekte versucht Nestlé ihren Ruf im Kampf gegen die Wasserknappheit zu retten. In Pakistan wurden zum Beispiel in einem Dorf in der Nachbargemeinde eines Werks von Nestlé zwei Trinkwasserbrunnen gebaut, um den über 5000 Menschen Zugang zu sauberen Trinkwasser zu gewährleisten (Nestlé, 2018). Diese Projekte sind jedoch nur ein Tropfen auf den heissen Stein und rechtfertigen die Vorgehensweise von Nestlé keinesfalls.

Wieso trinken wir eigentlich abgefülltes Wasser?

Um die grossen Mengen an abgefülltem Wasser absetzen zu können, wird das Leitungswasser schlechtgeredet. Somit entsteht eine künstlich geschaffene Nachfrage. Je nach Region kann es aber sogar sein, dass das Wasser aus der Leitung besser ist als abgefülltes Wasser. Beispielsweise zeigt eine Studie, dass das Leitungswasser von Cleveland eine höhere Qualität hat, als das Fiji-Wasser (Film: Bottled life). Also kann man nicht sagen, dass abgefülltes Wasser immer besser als Leitungswasser ist. Es hängt immer vom spezifischen Angebot ab. Ungefähr ein Drittel des abgefüllten Wassers in den USA ist ursprünglich Leitungswasser. Es wird bloss frisch aufbereitet und in Flaschen abgefüllt (Film: Bottled life).

Fazit

Die Geschäftspraktiken von Nestlé haben einen negativen Einfluss auf die Umwelt, sowie die Gesellschaft in den betroffenen Gebieten. Das abgefüllte Wasser, das wir weltweit in den Läden finden, wird mit einer extrem hohen Marge weiterverkauft und ist nicht unbedingt besser als das Leitungswasser.

 

Quellen

http://www.bottledlifefilm.com/ (29.05.2018)

Film: Bottled life

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/412597/umfrage/umsatz-von-nestle-mit-wasser-weltweit/ (29.05.2018)

https://www.tazamart.pk/product/nestle-pure-life-drinking-water-5-litre (29.05.2018)

https://www.nestle.ch/de/nestleschweiz/fragen-sie-nestle/antworten/fragnestle9_de_waters (29.05.2018)

https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Gehoert-das-Wasser-Nestle–oder-dem-Volk/story/21686656 (29.05.2018)

Fleisch auf Reisen

Mit den steigenden Temperaturen hält nun auch die von vielen herbeigesehnte Grillsaison Einzug. Dies lässt sich nicht zuletzt an den riesigen Fleischtheken in den Geschäften erkennen. Die Auswahl scheint grenzenlos. Im Jahr 2016 wurde in der Schweiz pro Kopf ca. 50 kg Fleisch konsumiert. Experten rechnen bis im Jahr 2050 mit einer Zunahme von 50%. Fleisch essen insgesamt 96% der Bevölkerung. Die inländische Tierproduktion vermag den Bedarf längst nicht mehr abzudecken. Dies bedeutet, dass vor allem bei den teureren Stücken Importe unumgänglich sind.

Bei genauerer Betrachtung der Fleischverpackungen bemerkt man, welch weiten Weg die Produkte zum Teil bereits hinter sich haben. Dies müsste zur Folge haben, dass die Ökobilanz des importierten Fleisches deutlich schlechter aussieht als diejenige der heimischen Produktion. Doch ist das wirklich der Fall? Anhand von Rindfleisch versuche ich dies aufzuzeigen.

Fleischsortiment im Detailhandel

Die Rinderzucht findet in der Schweiz sehr ausgeprägt statt. Das Futter muss zuerst für die Tiere produziert und transportiert werden. Für die Herstellung dieses Futters werden grosse Flächen an Regenwald gerodet. Schlussendlich legt das Futter einen Transportweg von 20’000 km zurück. Dies ist rund dreimal mehr als der Durchschnitt aller Nahrungsmittel. Für ein Kilo Fleisch benötigt man ca. 10 kg Futter und durchschnittlich 15’000 Liter Wasser. Dabei handelt es sich rund um einen Drittel des in der Landwirtschaft verwendeten Wassers. Zweifellos handelt es sich um eine sehr ineffiziente Art und Weise Nahrungsmittel zu produzieren. Die Tiere haben einen grösseren ökologischen Fussabdruck als wir Menschen.

Fährt der Landwirt mit seinem Rind zum Metzger wird die Umwelt – pro Kilogramm Rindfleisch – stärker belastet als wenn dieses per Schiff zu uns gelangt. Besonders schlecht sieht die Bilanz aus, wenn viele Tiere dauerhaft in einem Stall stehen und mit importiertem Kraftfutter gefüttert werden. Das Fleisch von Rindern, welche auf Weiden leben, kann also durchaus eine bessere Ökobilanz aufweisen. Auch im Ausland steht bei der Produktion der Profit an erster Stelle. Die Nachfrage steigt von Jahr zu Jahr was zwangsläufig zu einem Anstieg der Anbauflächen für Futter (Sojabohnen) führt. Weiter werden stetig mehr Betriebe auf Massenhaltung umgestellt. Dies natürlich alles auf Kosten der Qualität. Die Zusammensetzung des Futters und die Hormone haben einen Geschmacksverlust des Fleisches zur Folge. Hinzu kommt, dass die Weideflächen für die Tiere immer knapper werden.

Vergleicht man also ein Steak aus der Schweiz, bei welchem die Tiere im Stall stehen und mit importiertem Futter gefüttert werden, schneidet ein gleichwertiges Stück Fleisch aus Übersee besser ab. Dies aufgrund der effizienten Prozesse (z.B. Logistik, Transport, etc.). Um der Umwelt Gutes zu tun, sollte der Konsum von Rindfleisch generell eingeschränkt werden. Allein der Konsum von Hühnerfleisch statt Rindfleisch könnte beachtliche Folgen haben. Denn hinter jedem produzierten Kilo Rindfleisch steckt ein enormer Ressourcenverbrauch. Ein Blick in die Zukunft ist besorgniserregend. Damit die prophezeite Nachfrage erfüllt werden kann, muss die Zucht enorm vorangetrieben werden. Das zusätzlich benötigte Futter bewirkt einen grossen Druck auf die Getreideproduktion, die natürlichen Ressourcen und die Umwelt. Abschliessend müssen wir somit festhalten, dass es somit deutlich wichtiger ist welche Lebensmittel wir konsumieren und nicht, woher diese stammen.

Quellen:

https://www.proviande.ch/de/medien/page/2017/fleischkonsum-2016-schweizer-fleisch-liegt-im-trend.html

https://www.swissveg.ch/transport

https://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/mythen-und-irrtuemer-sieben-fakten-ueber-fleisch_aid_950549.html

https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/fleisch-der-heimliche-umweltzerstoerer/story/31730194

https://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/fleisch-ernaehrung-umweltbilanz-100.html

https://www.travelbook.de/weltspeisen/masse-statt-klasse-die-bittere-wahrheit-ueber-argentinisches-rindfleisch

https://www.watson.ch/Schweiz/Konsum%20-%20Detailhandel/691088145-Lichtblick-im-Label-Dschungel–Kommen-jetzt-die-Tierschutz-Noten-fuer-Fleisch-

CO2-Kompensation: Ein Verringern der Umweltverschmutzung oder nur Beruhigung des schlechten Gewissens?

Wer kennt es nicht. Sie steigen in ein Flugzeug voller Vorfreude auf die Ferien und trotzdem fragen sie sich, wie schädlich dieser Flug für unseren Planeten ist. Die Antwort ist „sehr schädlich“. Die hohen Emissionen bei Flügen sind vielen Personen bekannt. Doch viele Schweizer sind sich nicht bewusst, wie oft sie im Vergleich zu anderen Nationen fliegen. Der Flugverkehr ist weltweit für 5% des Klimaeffekts verantwortlich, obwohl nur etwa 5% der Menschen jemals ein Flugzeug bestiegen haben. In der Schweiz werden diese Zahlen noch extremer:

  • 18% des Klimaeffekts in der Schweiz durch Flugverkehr
  • Doppelt so viele Flüge wie Personen aus den Nachbarländern
  • stark ansteigende Anzahl Flugpassagiere

Während das schlechte Gewissen bei kurzen Flügen noch problemlos unterdrückt werden kann, ist es bei Langstreckenflügen schon um einiges schwieriger. So ging es auch meinen Eltern, die eine Reise nach Neuseeland mit einem Abstecher in die Südsee planten.

myclimate

Über den Reiseveranstalter Hotelplan wurden sie auf die gemeinnützige Stiftung „myclimate“ verwiesen. Myclimate bietet Firmen und Privatpersonen freiwillige CO2-Kompensationsmassnahmen an. Diese Beiträge werden in über 80 Klimaschutzprojekte weltweit investiert. Das Ziel der Kompensationen ist, die Emissionen in der Höhe der verursachten Menge an einem anderen Ort zu reduzieren. Dies wird mit der Verbesserung der klimabelastenden Energiequellen erreicht. Zudem wird die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert. Darüber hinaus bietet myclimate Bildungsangebote für Schüler und Beratungen für Unternehmen an.

Mithilfe eines CO2-Rechners kann man die freiwillige Kompensation berechnen. Im Falle meiner Eltern waren es 8.274 Tonnen CO2, was zu einer Kompensation von CHF 266 führte.

Während solche Kompensationen für Fluggäste freiwillig sind, müssen Fluggesellschaften ab einem gewissen Limit CO2-Emissionszertifikate kaufen. Die Swiss erwartete für 2012, dass mehr als ein Drittel der Emissionen kompensiert werden müssen. Diese Zertifikate sind aber rund acht Mal billiger als die Kompensation bei myclimate. Es gibt Zertifikate, die für eine Tonne CO2 weniger als 10 Franken kosten.  Ein Passagier verursacht bei einem Flug nach New York etwa 2.6 Tonnen CO2. Für den gleichen Wert könnte man 292-mal mit dem Zug nach Paris fahren.

Fazit

Ich finde, dass die freiwilligen Kompensationen zwar eine gute Idee sind, aber nur begrenzt Einfluss auf die Luftverschmutzung haben. Bei den Kompensationszertifikaten war auch von Ablasshandel die Rede. Sprich, man bezahlt nur fürs gute Gewissen. Dies ist nur bedingt richtig. Die Kompensationen sorgen dafür, dass Entwicklungsländer CO2-schonende Energie gewinnen und leisten einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung.

Für die Abfallentsorgung bezahlen wir schon lange Gebühren, während bei der Luftverschmutzung noch kein Verursacherprinzip angewendet wird ist. Der verursachte Schaden kann man mit einem Zertifikat nicht rückgängig machen. Aber es wird in qualitativ hohe Projekte investiert. Dabei muss aber beachtet werden, dass nur sehr wenige Privatpersonen eine solche Kompensation zahlen. Der Flugverkehr hat sich seit 1990 fast verdreifacht und steigt jedes Jahr um 5 Prozent. Bis 2020 wird erwartet, dass bereits 22% des menschengemachten Klimaeffekts in der Schweiz aus der Luftfahrt kommen wird. Diese Entwicklung wird sich auch in Zukunft kaum verändern. Mit einer Kompensation übernimmt man aber Verantwortung für seine Luftverschmutzung.

Quellen:

 WWF, Flugverkehr

https://www.wwf.ch/de/unsere-ziele/flugverkehr

myclimate, Portrait über myclimate

http://www.myclimate.org/de/ueber-uns/portrait/

myclimate, So funktioniert die CO2-Kompensation

https://www.myclimate.org/de/privatpersonen/

Fair unterwegs, “Die Schweiz hat weltweit den höchsten Anteil an Flugemissionen”

https://www.fairunterwegs.org/news-medien/news/detail/die-schweiz-hat-weltweit-den-hoechsten-anteil-an-flugemissionen/

Tagesanzeiger, New-York-Flug mit alltäglichen energiefressenden Tätigkeiten vergleichen

https://interaktiv.tagesanzeiger.ch/2016/co2ausstoss/