Folge 3: Didaktische Konzepte oder wieso wir uns auch in der Krise Zeit für gute Didaktik nehmen sollten.

Ein Rück- uns Ausblick nach dem Corona-Semester mit Judith Studer


In der dritten Podcastfolge mit Ioana Gatzka & Evelyn Kraft besucht uns Judith Studer (S). Wir diskutieren mit Judith unter anderem folgende Fragen: Wie konnte gewährleistet werden, dass Didaktik vor Technik steht? Wie waren die Erfahrungen der Studierenden? Wieso kam es unter den Lehrenden zu einem erhöhten Freiheitsgefühl? Und was heisst das nun für die kommende Lehre?


(tl;dl) Too long; didn’t listen

Ein didaktisches Konzept unterstützt, selbst in einer Krisensituation. Durch das Konzept wird die Didaktik und somit die gute Lehre in den Vordergrund gerückt, auch online. Lernzielen, Inhalten, Methodik und Kompetenznachweis können so besser aufeinander abgestimmt werden. Damit wird sichergestellt, dass die Veranstaltung einem roten Faden folgt (Constructive Alignment). Ausserdem kann dank des Konzepts auch ein kritischer Blick auf den Workload der Studierenden und Lehrenden gelegt werden. Damit wird verhindert, dass die Beteiligten zusätzlich belastet werden.

Das didaktische Konzept sowie das Feedback dazu geben Sicherheit und somit auch Mut, Neues auszuprobieren. Es lohnt sich gar in Krisenzeiten, sich Zeit für eine gute Didaktik zu nehmen.

Sehr wichtig sind auch die Erfahrung der Studierenden. Diese haben insbesondere soziale Interaktionen geschätzt. Gemischte Lerngruppen lohnen sich online besonders. Insbesondere unerfahrene Studierende sind sich unsicher, ob sie richtig gelernt haben und getrauen sich nicht, Peers oder Lehrende zu fragen. In der Lerngruppe fällt es leichter, das eigene Wissen zu verorten, sich auszutauschen und nachzufragen.
Ein weiterer Tipp ist, mit den Studierenden gemeinsam zu beginnen und zu enden. Dazwischen sollen vielfältige und sinnvolle Aufträge Platz finden, wo die Studierenden aktiv werden können.

Im Corona-Semester ist ein neues Freiheitsgefühl entstanden. Wir konnten viel ausprobieren, waren freier in der Zeiteinteilung und Ausgestaltung, hatten keine Angst vor Fehlern („Es ist ja eine Notfallsituation!“) und konnten voller Elan und Kreativität gestalten. Das hat zu einem grossen Kompetenzzuwachs geführt. Wir haben viele positive Beispiele gesammelt und wissen nun aus Erfahrung, was geklappt hat und was nicht. Wichtig ist es, dass wir unsere eigenen Erfahrungen sowie die unserer Studierenden aufnehmen, uns austauschen und unsere Erkenntnisse mit ins neue Semester nehmen.


Dankeschön Judith! Und jetzt seid ihr dran!

Wir würden uns sehr freuen über Rückmeldungen zu unserem Podcast!
Welche Themen würden euch noch interessieren?
Würdet ihr gerne beim Podcast mitwirken? Das Einzige was ihr mitbringen müsst sind eure Fragen und Erfahrungen – den Rest übernehmen wir.

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