Sie wollen ein innovatives E-Learning-Projekt für die Lehre in der Berner Fachhochschule realisieren? Bis zum 30. November können Sie beim E-Learning-Fonds der BFH ein Projekt einreichen. Hier erfahren Sie, worauf es bei Ihrem Antrag ankommt.

Didaktisch sinnvoll und innovativ soll Ihr E-Learning-Projekt sein, und es soll die Qualität der Lehre verbessern. Dazu soll es nachhaltig und vernetzt sein sowie über Transferpotenzial verfügen.

Nach diesen Kriterien werden E-Learning-Projekte ausgewählt:

Innovation: Unter didaktischer Innovation versteht man „Neuerungen der Organisation, der Inhalte und/oder Methoden des Lehrens, die den vorangegangenen Zustand der Wissensvermittlung merklich verändern und als Konsequenz auch einen Wandel der intendierten Bildungs- und Lernprozesse bewirken“ (Reinmann-Rothmeier, 2003).
Ein Beispiel für eine didaktische Innovation ist der Flipped-Classroom, das „umgedrehte Klassenzimmer“. Normalerweise wird im Kontaktunterricht das Wissen vermittelt, im Selbststudium zu Hause wird es vertieft. Nicht immer reicht die Zeit auch noch für anwendungsorientierte Aufgaben.
Der Flipped Classroom dreht dieses Vorgehen um: Hier wird die eigentliche Wissensvermittlung konsequent in das Selbststudium verlagert. Das Kontaktstudium wird dafür frei für aktivierende und handlungsorientierte Methoden. Konkret kann das folgendermassen aussehen: Vor dem Präsenzunterricht erarbeiten die Studierenden die neuen Lerninhalte zu Hause per Videos, Podcasts und Text. Anschliessend überprüfen sie ihr Wissen mit Hilfe von Online-Tests. Die Dozierenden erhalten dadurch bereits wichtige Anhaltspunkte, wie gut die Lerninhalte verstanden wurden. Im Kontaktunterricht wird das neue Wissen nun dank handlungsorientierten Methoden angewandt. Wichtig ist, dass Sie in Ihrem Antrag das Augenmerk nicht ausschliesslich auf die E-Learning-Anteile richten, also im Falle von Flipped Classroom nicht nur auf Videos und Tests für das Selbststudium. Zeigen Sie vielmehr konkret auf, inwiefern ihr Kontaktunterricht vom Flipped Classroom profitiert.

Qualitätsverbesserung: Der Einsatz von E-Learning sollte die Qualität Ihrer Lehrveranstaltung verbessern. Wenn Ihre Studierenden beispielweise ein E-Portfolio führen, in dem sie ausgewählte Projektarbeiten präsentieren und ihre Lernfortschritte dokumentieren und darauf regelmässig (Peer-) Feedback erhalten, so gewinnt Ihre Lehrveranstaltung durch die intensivere Betreuung an Qualität. Auch formative Tests, mit denen Studierende ihr Wissen überprüfen, können die Qualität verbessern.

Nachhaltigkeit: Aufwändige E-Learning-Elemente machen dann Sinn, wenn sichergestellt ist, dass sie intensiv und über einen längeren Zeitraum genutzt werden. Nachhaltig ist Ihr E-Learning-Projekt, wenn es während einiger Studienjahre eingesetzt werden kann, wenn die Inhalte nicht zu schnell veralten, bzw. allenfalls leicht überarbeitet und aktualisiert werden können. Zu beachten ist ausserdem, dass bei sehr grossen Projekten, bei denen die vom E-Learning-Fonds beantragte Fördersumme nur einen kleinen Anteil ausmacht, die Finanzierung des Restprojektes ebenfalls gesichert sein muss.

Vernetzung: Ideal ist, wenn mehrere Dozierende am Projekt beteiligt sind. Auch hier geht es um Nachhaltigkeit, denn wenn ein Projekt auf mehreren Schultern getragen wird, ist eine intensive und langandauernde Nutzung zu erwarten. Besonders zu begrüssen sind zudem departementsübergreifende Initiativen, das heisst, dass E-Learning-Elemente in mehreren Departementen oder Fachbereichen genutzt werden können. Vernetzung ist ausserdem wichtig, damit das E-Learning-Projekt in den Fachbereich ausstrahlt und das E-Learning Know-How breit entwickelt wird.

Transferpotenzial: Zu guter Letzt wünschen wir uns, dass das Szenario Ihres Projekts grundsätzlich auf andere Lehrveranstaltungen übertragbar ist. Mit den geförderten Projekten bauen wir eine Sammlung von Good-Practice-Beispielen auf, die auch andere Dozierende der BFH inspirieren sollen.

Der E-Learning-Fonds  ist eine Massnahme zur Umsetzung der E-Learning-Strategie 2015-2018 der Berner Fachhochschule und dient dazu, konkrete E-Learning-Projekte in der Lehre zu fördern. Eine Förderung von Konzepten und Anschaffung von Hard- und Software sind ausgeschlossen. Da der E-Learning-Fonds auch dazu dienen soll, das E-Learning Know-How der Dozierenden der BFH weiterzuentwickeln, können keine Projekte finanziert werden, die von externen Personen bzw. Firmen realisiert werden. Die Finanzierung erfolgt intern über Projektgutschriften.

Sie möchten Ihre Lehre mit E-Learning bereichern, aber Sie wissen noch nicht genau wie? Kein Problem, dafür gibt es die Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning! Wir beraten und unterstützen Sie auch gerne bei der Eingabe Ihres Projektes.

Zum Merkblatt und Antragformular E-Learning Fonds BFH

 

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