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Henricus de Alemannia vor seinen Schülern. Buchmalerei aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts

Unaufmerksame Studierende gibt es nicht erst seit der Erfindung von Smartphone, Tablet & Co. Aber zugenommen hat die Unaufmerksamkeit durch die Allgegenwärtigkeit dieser Geräte vermutlich schon. Zumindest erbrachte die von Vera Gehlen-Baum am 19. Januar bei e-teaching.org vorgestellte Studie, dass Studierende, die während der Vorlesung mobile Geräte verwenden, diese häufiger für vorlesungsferne als für vorlesungsnahe Aktivitäten nutzen: Statt mitzuschreiben oder online nach vertiefenden Informationen zum eben Gehörten zu suchen, wird mal schnell bei Facebook vorbeigeschaut oder online gespielt.

Schulen reagieren auf das Ablenkungspotenzial teilweise mit striktem Handyverbot. In Hochschulen ist das nicht möglich. Doch warum die mobilen Geräte nicht sinnvoll in der Veranstaltung einsetzen, um Studierende zu aktivieren, anstatt dagegen anzukämpfen? Audience-Response Systeme und Backchannel machen es möglich:

  • Audience-Response Systeme: Mit ihnen können Dozierende während der Vorlesung Live-Umfragen durchführen und prüfen, ob die eben vermittelten Inhalte verstanden wurden. Die Studierenden stimmen anonym mit Handy oder Smartphone (per SMS oder Browser) ab, die Ergebnisse können sofort für alle sichtbar projiziert werden. Dank dieser technologischen Unterstützung können alle Studierenden aktiviert werden. Die Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning empfiehlt das Tool invote. Es ist unkompliziert, datenschutzrechtlich bedenkenlos, eine Registrierung ist nur für Dozierende notwendig.
  • Backchannel: Sie ermöglichen Studierenden – je nach Tool auch anonym – Fragen zu stellen, auf die Dozierende dann unmittelbar eingehen können. Diese erhöhte Kommunikation zwischen Studierenden und Dozierenden kann die Aufmerksamkeit ebenfalls deutlich steigern. Der Einsatz des Microbloggingdienstes Twitter in Lehrveranstaltungen ist nicht über alle datenschutzrechtlichen Zweifel erhaben und hat ein eigenes Ablenkungspotenzial. Eine Alternative ist hier z.B. edupad, ein kollaborativer Texteditor, der weder für Dozierende, noch für Studierende eine Registrierung erfordert. Wenn der Link zum edupad zur Verfügung gestellt wird, können Studierende auch per Smartphone darauf Fragen stellen, die sofort sichtbar sind. Eine Zeichenbegrenzung wie bei Twitter gibt es bei edupad allerdings nicht.

Auch durch den Einsatz von invote oder edupad lässt sich das Ablenkungspotenzial von Handys und Tablets nicht beseitigen. Aber zusammen mit einer gut gestalteten und strukturierten Vorlesung sind sie ein erfolgversprechender Weg, um Frontalunterricht-Settings durch Aktivierung aller Studierenden gezielt aufzubrechen und damit ihre Aufmerksamkeit insgesamt zu erhöhen.

Link zu invote-Frage und zu edupad zum Ausprobieren!

Möchten Sie Audience-Response Systeme oder Backchannel in ihrer Lehrveranstaltung einsetzen? Die Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning bietet Dozierenden der Berner Fachhochschule Unterstützung, Beratung, Tipps und Tricks.