Innovative Lehre mit dem E-Learning-Förderprogramm

Sie haben innovative Ideen, wie Sie Ihre Lehre dank E-Learning besser machen können? Doch es fehlt Ihnen die Zeit, diese Ideen in die Praxis umzusetzen? Dann bewerben Sie sich beim E-Learning-Förderprogramm. Auch 2017 fördert die BFH innovative E-Learning-Projekte mit bis zu
10 000 CHF. Hier stellen wir die Projekte der Förderrunde 2016 vor und laden zur Bewerbung 2017 ein.

2016 wurden von neun eingereichten Projekten sechs für die Förderung ausgewählt.

Eignungstest (HF-AHB): Fit für das Studium

Feedback ist einer der einflussreichsten Faktoren für Lernerfolg, das ist spätestens seit der Hattie-Studie klar. Gewöhnlich erhalten Studierende erst nach Abschluss des Lernprozesses Feedback. Aber auch während oder gar vor Beginn des Lernprozesses macht Feedback Sinn. Im Projekt „Eignungstest“  sehen zukünftige Studierende mittels Einstufungstests, wie es um ihre Vorkenntnisse steht und ob sie für das Studium geeignet sind. Hinweise auf Lernangebote und Hilfestellungen ermöglichen die Kenntnisse bereits vor Studienbeginn à jour zu bringen und somit optimale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Studienstart zu schaffen. Die Erfahrungen dieses Projektes lassen sich sicherlich auf weitere Studiengänge übertragen.

PBL (Gesundheit): Problem Based Learning digital

Praktische Problemstellungen, die in Gruppen bearbeitet werden, stehen beim Problem Based Learning (PBL) im Zentrum – und das geht mit digitaler Unterstützung noch besser: Beispielsweise Moodle-Tests, um die Vorkenntnisse der Studierenden zu erheben, Tests zur Selbstüberprüfung während des Lernprozesses, um sicherzustellen, dass wesentliche Konzepte verstanden wurden. Aber auch die Lösungserarbeitung kann online gut unterstützt werden. Das Projekt aus dem Studiengang Pflege wird auch anderen Studiengängen an der BFH, die PBL einsetzen, wertvolle Anregungen geben.

Master of Science in Engineering (TI): Mehr Zeit für Anwendung dank Flipped Classroom

Herausfordernde organisatorische Rahmenbedingungen werden hier durch einen Flipped Classroom Ansatz überwunden: Die Vorbereitung auf den Kontaktunterricht kann durch kurze Lernvideos und Tests zeitlich gestrafft und gleichzeitig intensiviert werden. Im Kontaktunterricht bleibt dann mehr Zeit für Anwendung und Vertiefung des Gelernten, z.B. in Wissenschafts-Talks, in denen die Studierenden komplexe technisch-wissenschaftliche Themen einem nicht wissenschaftlichen Publikum präsentieren. Die Aufzeichnung auf Video und anschliessende Analyse dieser Vorträge intensivieren die Auseinandersetzung mit den Präsentationskompetenzen und erlauben profundes (Peer-) Feedback.

Semantic Wiki (HAFL):  Besser lernen mit Wikis

Mit dem Semantic Wiki wird im Studiengang Waldwissenschaften eine umfangreiche Sammlung waldbaulichen Wissens für die Lehre aufgebaut. Studierende werden in die inhaltliche Weiterentwicklung einbezogen, die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Fachkurs Onlineberatung – Systemische Beratung via Internet (Soziale Arbeit)

Onlineberatung ist ein zunehmend gefragtes Tätigkeitsfeld von Sozialarbeitenden. Was liegt näher, als dazu eine Weiterbildung im Blended-Learning-Format anzubieten. Genau das nimmt sich das Projekt Onlineberatung vor: In einem attraktiven und abwechslungsreichen Programm werden die Teilnehmenden fit gemacht. Dabei werden die theoretischen Kenntnisse online vertieft und reflektiert und Onlineberatungen in Peergruppen gleich selbst ausprobiert.

Virtual Classroom Opernstudio (HKB)

Im Moodle-Kurs „Virtual Classroom Opernstudio“ unterstützen sich Studierende weitgehend selbst organisiert in ihrer künstlerischen und fachlichen Entwicklung: Sie tauschen Audioaufnahmen aus, kommentieren Videoaufnahmen von Opern, verfassen Rezensionen und geben Peer-Feedback. Oder sie sammeln Material für aktuell erarbeitete Operninszenierungen. Der Schwerpunkt bei diesem Projekt liegt vor allem darin, die selbst organisierten Lernprozesse zu initiieren und zu betreuen.

Wir gratulieren allen, die an den geförderten Projekten mitarbeiten und wünschen weiterhin gutes Gelingen!

E-Learning-Förderprogramm 2017

Und schon steht die neue Förderrunde an: Wenn Sie als Mitarbeitende der BFH innovative E-Learning-Projekte realisieren wollen, die die Qualität der Lehre verbessern, dann bewerben Sie sich. Zeit können wir Ihnen zwar nicht schenken, aber Stunden auf Ihrem Projektkonto gutschreiben. In unserem Blogbeitrag „E-Learning-Fonds der BFH: Die Auswahlkriterien“ sind die Kriterien kurz erklärt. Merkblatt und Antragformular sind im Intranet zu finden.

Die Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning unterstützt und begleitet Sie gerne bei Ihrem E-Learning-Projekt.

Neues in Moodle 3.2

Am 15. Februar hat die Berner Fachhochschule ihre Moodle-Instanz auf die aktuelle Version 3.2 aufdatiert. Was kann an Neuerungen erwartet werden, und auf was ist zu achten?

Für alle Nutzer/innen

Button Benachrichtigungen und Mitteilungen, neues „persönliche Mitteilungen“-Interface:


Über die beiden Symbole ist ein Schnellzugriff auf Benachrichtigungen (Glocke) und persönliche Mitteilungen (Sprechblase) möglich.

Neuer Mediaplayer VideoJS:

Media-Dateien können mit dem neuen VideoJS Mediaplayer besser dargestellt und auf vielen Geräten und Browser abgespielt werden.

Abschnittsnavigation eingeschaltet:

Im Block „Navigation“ sind die Blocktitel anklickbar. Ein Klick und man gelangt automatisch zu entsprechenden Block.

Für Trainer/innen

Bearbeiten einschalten / Bearbeiten ausschalten im Header dupliziert:

„Bearbeiten einschalten“ und „Bearbeiten ausschalten“ sind im Header dupliziert und scrollen nun nicht mehr weg. Die Funktion ist dieselbe wie die der Schaltfläche, allerdings verschwindet das Element nicht, wenn die Seite gescrollt wird.

„Rolle wechseln“ neu in Benutzermenu:

Die Funktion „Rolle wechseln“ ist nun nicht mehr im „Einstellungen“-Block, sondern im Benutzermenü, oben rechts.

Look and feel der Overlays:

Das Erscheinungsbild der im Vordergrund auftretenden Dialogfelder wurde modernisiert.

Passwortfelder Passwortmanager proof:

In früheren Versionen von Moodle befüllten Passwortmanager wie 1Password oder in Browser eingebaute Speichermechanismen für Kennworte gewisse Passwortfelder unerwünschterweise. Dies trifft nun nicht mehr zu.

Aktivität „Freie Gruppeneinteilung“:

In der neuen Aktivität „Freie Gruppeneinteilung“ können sich Ihre Teilnehmenden nicht nur selbst in Gruppen eintragen, sondern auch neue Gruppen gründen.

Aufgaben:

Es ist wieder möglich, Aufgabeneinreichungen nicht in Unterordner geschachtelt herunterzuladen.

Planer:

Planer (Scheduler) zeigt nun auch in der Trainer/innen-Ansicht den Ort, welcher zu den Zeitfenster gehört (Kursteilnehmer/innen sahen den bereits zuvor immer).

Für Kursteilnehmer/innen abstimmen:

Bei einer Abstimmung können Sie als Trainer/in die Stimmabgabe für ausgewählte Kursteilnehmer/innen vornehmen.

Navigation:

„Meine Kurse“ sind nun alphabetisch geordnet.

Selbsteinschreibung in Kurse:

Die versandte Bestätigung für eine erfolgte Kurseinschreibung ist nun für neu erstellte Kurse standardmässig ausgeschaltet.

Grafiken:

Moodle benutzt nun die Graphikbibliothek Chart.js für die Darstellung von statistischen Daten und Auswertungen.

Moodle Mobile

Anmeldung:

Das Login bleibt nun in der App, und wechselt nicht mehr zum Browser und zurück.

Quizzes offline in der App, mehr Aktivitäten offline in der App möglich:

Um Tests offline ausfüllen zu lassen, müssen Trainer/innen die entsprechende Einstellung aktivieren.

Trainer/innen können Aufgaben bewerten:

Trainer/innen können jetzt von unterwegs Aufgabeneinreichungen ihrer Kursteilnehmer/innen bewerten.

Kursteilnehmer/innen haben einfachen Zugriff auf ihre Kursbewertungen:

Ein neuer Link Bewertungen bietet schnellen Zugriff auf die Kursbewertungen.

Einstellungen für Mitteilungen und Benachrichtigungen:

Auf einer neuen Einstellungsseite können Sie festlegen, wie Sie über neue Mitteilungen und Benachrichtigungen informiert werden wollen.

Profilbild:

Benutzer können ihr Profilbild problemlos aktualisieren, indem Sie aus der App ein Selfie machen oder aus eines aus der Fotobibliothek auswählen.

BFH Moodle ist erreichbar über die URL moodle.bfh.ch. Moodle Mobile für Android und iOS ist erhältlich in den entsprechenden Stores:
«Moodle Mobile» App in Google Play (Android)
«Moodle Mobile» App im App Store (iPhone)

Blended-Learning goes mobile: Smartphones und Tablets in der Lehre

Using social media on a mobile ©Sebastiaan ter Burg via Flickr CCBY

Using social media on a mobile ©Sebastiaan ter Burg via Flickr CCBY

Rückblick auf den Didaktik-Talk mit Prof. Dr. Christian Glahn (HTW Chur), am 13. Oktober 2016 an der BFH

Vor fünf Jahren hatte jede/r zweite Studierende ein mobiles Endgerät dabei, heutzutage jede/r mindestens zwei.

Mobile Technologien sind heute omnipräsent. Ihr Potenzial für Lehre und für forschendes Lernen ist hingegen noch weitgehend ungenutzt. Wie mobile Geräte mit Apps Blended-Learning-Szenarien sinnvoll bereichern können, zeigte Christian Glahn in seinem Vortrag auf.

Mit SpeakUp Studierende in Vorlesungen einbeziehen und aktivieren

Als Erstes wurde die App SpeakUp (eine Entwicklung der EPFL) vorgestellt und auch gleich live ausprobiert. Mit dieser App können Studierenden sowohl Fragen stellen (Backchannel) als auch Klickerfragen von Dozierenden beantworten. Dank eines Ortungssystems finden die Studierenden sofort die Veranstaltung, in der SpeakUp benutzt wird, einfacher geht es nicht. Fragen, die von Studierenden im Backchannel gestellt werden, können von anderen Studierenden gewichtet (gerated) werden, so dass Dozierende schnell einen Überblick über die wirklich relevanten Fragen haben. Und bei den Klickerfragen stellt SpeakUp eine breite Auswahl an Fragetypen zur Verfügung. Zu Beginn eingeführt, steht Dozierenden während des ganzen Semesters ein wirkungsvolles Instrument zur Verfügung, um Studierende auch während Vorlesungen gezielt zu aktivieren und einen guten Überblick darüber zu haben, was verstanden wurde. (http://speakup.info/)

Mobler – Moodle-Testfragen unterwegs üben

Viele Moodlekurse verfügen über formative Tests, mit denen Studierenden die neuen Lerninhalte üben können. Noch intensiver genutzt werden diese Tests sicherlich mit der Mobler App (entwickelt von Christan Glahn in seiner Zeit an der ETH Zürich). In dieser App werden automatisch die Testfragen aller Moodlekurse angezeigt, in denen Studierende eingeschrieben sind. Ob der Bus in 5 Sekunden oder in 5 Minuten kommt, Lernen mit der Mobler App lohnt sich immer: Da man sich mit der App kein erneutes Login notwendig ist, kann es sofort los- und auch nach Unterbrechungen problemlos weitergehen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass ab Sommer 2017 auch an der BFH das Üben mit der Mobler App möglich ist.

Sigil – E-Books für unterwegs publizieren

Ein zum E-Book konvertiertes Script kann unterwegs auf allen mobilen Geräten gelesen werden, das Layout passt sich der jeweiligen Bildschirmgrösse an. Im hart umkämpften Markt für kommerzielle E-Books gibt es ein offenes Format: EPUB, das mit allen E-Book-Readern bzw. Apps gelesen werden.kann. Das Format erlaubt Bilder, Metadaten und auch Videos. Es lassen sich unterwegs Buchzeichen setzen, Absätze markieren und Notizen hinufügen.

Zum Konvertieren und Bearbeiten der EPUB-formatierten Bücher gibt es den Open-Source-Editor Sigil. Damit lassen sich die genannten Funktionen gestalten, einfügen und publizieren. Das eigene Script kann damit zum E-Book gemacht werden und mit dem Digital Right Management können ganze Studiengänge mobil-freundliche Lernbibliotheken aufbauen. (https://sigil-ebook.com/)

Das Fazit dieses Didaktik-Talks: Mobile Technologien sind überall, man muss sie nur nutzen – ob im Unterricht selbst – wie SpeakUp, ob für das Selbststudium – wie Mobler und E-Books. In Kombination mit Moodle können sie Blended-Learning für Studierende einfacher nutzbar machen, sie eröffnen neue Lerngelegenheiten, neue Lernkontexte und Perspektiven.

 Zur Präsentation von Christian Glahn: Mobile Blended Learning

Ein Studiengang ist mehr als die Summe von Modulen

Studiengangsentwicklung ist eine junge „Disziplin“. Mit dem Aufbau der Fachhochschulen und der Umsetzung der Bolognareform besteht viel Erfahrungswissen. An der PH Zürich greifen wir zurück auf 5 Jahre Expertenaustausch im Rahmen des CAS Leiten von Studiengängen an Hochschulen. Im Fokus steht die kohärentere Gestaltung von Curricula.

Ein besseres Zusammenspiel ist nötig….

Vielfach endet der Blick von Dozierenden an den Grenzen des eigenen Moduls. Mehr Abstimmung und Integration ist nötig.

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Studierende besuchen verschiedene Veranstaltungen parallel. Wie gelingt die horizontale Integration unterschiedlicher Module?

 

Wie gelingt der Aufbau von Handlungskompetenzen im Studienverlauf? Wie können verschiedene disziplinäre Perspektiven, theoretische und berufspraktische Zugänge über   die Zeit vertikal integriert werden?

 

Besondere Aufmerksamkeit lohnt sich bei der Gestaltung der Studieneingangsphase, sie hat sozialisierenden Charakter und prägt das Lernen im weiteren Studienverlauf. Wo sind Schlüsselstellen im Curriculum, auf die die Studierenden und Dozierenden ihre Energie für kompetenzorientierte Leistungsnachweise bündeln? Wie gelingt ein Zusammenführen zum Schluss des Studiums? Wie legen Sie den Schlussstein (Capstone)?

Integration und Kohärenz im Aufbau sind zentrale Faktoren für die Qualität eines Studienganges – aber nicht die einzigen:

Die Macht des Hidden Curriculum

Qualität im Studium entsteht nur bedingt in der Interaktion zwischen Dozierenden und Studierenden im Rahmen von mehr oder weniger gut abgestimmten Modulen.

Neben der treibenden Kraft der Leistungsnachweise (manchmal auch heimlicher Lehrplan oder Hidden Curriculum bezeichnet) ist Lehren und Lernen in einem Studiengang geprägt durch die Studierenden, ihre Erwartungen und ihre Motivation für das Studium. Auch organisationale Rahmenbedingungen spielen eine wesentliche Rolle. Ein wesentlicher Ausgangspunkt einer Weiterentwicklung von Studiengängen ist deshalb die Verständigung über die angestrebte Lernkultur gemeinsam unter den Dozierenden und mit den Studierenden. (Vgl. z.B. Brahm, Jenert & Meier, 2010)

Zwischen Didaktik und Mikropolitik

Wer die Neu- oder Weiterentwicklung von Studiengängen verantwortet, stellt sich nicht nur einer herausfordernden didaktisch Fragestellung. Letztlich geht es um die Gestaltung eines politischen Prozesses, in welchem unterschiedliche Interessen von Fachexpertinnen und -experten unter einen Hut zu bringen sind. Wir sprechen in diesem Kontext von lateraler Führung (Vgl. Thomann & Zellweger, 2016). Diese erfordert von Verantwortlichen eine grosse Portion Ambiguitätstoleranz, kluge Interventionen die einen echten Dialog unterstützen und Zurückhaltung bei Reglementierungen, denn Unsteuerbares ist nicht zu steuern.

Gut zu wissen, dass bei allen Integrationsbemühungen eines Studiengangs letztlich die Verantwortung auch bei den Studierenden liegt, das Angebot bestmöglich zu nutzen.

Dr. Franziska Zellweger, Wirtschaftspädagogin, Dozentin und Bereichsleiterin am Zentrum für Hochschuldidaktik und Erwachsenenbildung der PH Zürich

Quellen:

Brahm, T., Jenert, T., & Meier, C. (2010). Hochschulentwicklung als Gestaltung von Lehr-und Lernkultur: eine institutionsweite Herangehensweise an lehrbezogene Veränderungsprojekte an Hochschulen. St. Gallen: Institut für Wirtschaftspädagogik.

Thomann, G., & Zellweger, F. (Hrsg.). (2016). Lateral führen – Aus der Mitte der Hochschule Komplexität bewältigen. Bern: hep Verlag.

Mehr über Studiengangs- und Curriculumsentwicklung erfahren Sie von Dr. Franziska Zellweger im Workshop am 8./9. Juni an der Berner Fachhochschule. Es hat noch freie Plätze

Teil II: MOOCS-Plattformen EdX, Coursera …

Schweizer Fachhochschulen auf Erkundungsreise in Sachen E-Learning in den USA – weiterer Schwerpunkt der Reise waren Besuche bei prominenten Plattformen in Boston und vor Allem San Francisco.

   Stanford       EdX-1

MOOCS-Plattformen

Bekannt ist: mit Hilfe von MOOCS (massive open online courses) werden (u.a. kosten-) frei zugängliche Angebote einer potentiell sehr hohen Zahl von Interessierten  zur Verfügung gestellt. Weniger bekannt ist das Potential von „Learning Analytics“: mit statistischen Auswertungen werden auch Daten über das Lernverhalten generiert und mit diesen Erkenntnissen die Angebote verbessert.

EdX – Opensource und non-profit

Die von MIT und Harvard gegründete  MOOC-Plattform EdX existiert seit 2012, ist „Opensource, non-profit und kann von jedermann aufgesetzt und für eigene Kurse genutzt werden.

Lernergebnisse verbessern

Johannes Heinlein, Verantwortlicher für strategische Partnerschaften bei edX, legt die Schwerpunkte auf Qualität, neben ökonomischen Kriterien für Kursangebote ein weiteres, das explizit im europäischen Raum hoch gewichtet wird

  • Ausweitung des Zugangs zu Bildung hoher Qualität
  • Qualitäts-Verbesserung der „On Campus education“
  • Forschungs-Fortschritte in der (Lehr-, Lern-) Forschung.

Letztere steht im Dienste aktiven Lernens, sozialen Lernens, flexiblen Lernens und der Verbesserung der Lernergebnisse, also der Steigerung der Qualität des Lernens. MOOCs sind nicht einfach gefilmte Vorlesungen, sondern interaktive „Lern-Sequenzen“ mit Quizzes, Aufgaben und Feedbacks. 

Daten … für die Forschung

Die ausgewerteten Daten sollen Erkenntnisse zum Lernverhalten liefern:
so legt eine statistische Auswertung nahe,  dass der Lernerfolgs weniger von der aufgewendeten Zeit für Texte oder Videos abhängt, als von der Dauer der Beschäftigung mit Selbsttests und Tests. Vorteilhaft ist demnach auch eine vorgängige (Selbst-) Verortung mit einem Test.

edX Site – KurseJ. Heinlein auf youtube

Coursera

Programm und Bekenntnis auf der Coursera Website:

„Coursera provides universal access to the world’s best education, partnering with top universities and organizations to offer courses online.“

Coursera realisiert dies mit MOOCs (massive open online courses) – Isabelle Finger, partnership-managerin Coursera, präsentierte Konzept und Erfahrungen mit eigenen Kursen.

Massive Open online Courses

Ein paar Zahlen zur Dimension:
Coursera wurde 2012 von Professoren der Uni Stanford gegründet; die Plattform umfasst inzwischen fast 2000 Kurse, die von 18 Mio. TeilnehermerInnen weltweit (siehe Infos im Coursera-Blog) besucht werden, aktuell 142 Partnern aus 28 Ländern.

Coursera ist äusserst wählerisch in der Kooperation mit Hochschulen, für kleine Universitäten ein schwieriges Unterfangen. Von Schweizer Hochschulen gibt sich beispielsweise die Uni Lausanne mit MOOCs ein Profil im Bereich „innovative Lehrmethoden“.

Die Entwicklungskosten von Coursera Kursen variieren von US$ 10’000 für den ersten Coursera – Kurs „Learning how to learn“ (Präsentation der aktuellen Version von B. Oakland auf youtube) bis ca. US$ 60’000 bei Kursen mit aufwändigen Videos.

Die Finanzierung läuft u.a. über kostenpflichtige Zertifikate, 30% der eingeschriebenen Studierenden streben ein derartiges Zertifikat an.

Didaktische Leitlinen

Die Kurse werden nach vorgegebenen didaktischen Leitlinien vom Team „Teaching & Learning“ in Zusammenarbeit mit den Kurs-Verantwortlichen entwickelt.

Voraussetzung für die Zusammenarbeit einer Hochschule mit Coursera ist ein bestehendes Kurskonzept für mehrere derartige Kurse (keine einzelnen MOOCs). Möglich und nützlich ist ausdrücklich ein erfolgreicher Vorlauf auf anderen Plattformen, der Image und Rentabilität der Kurse garantiert.

Inhalte sind weniger vollständige Vorlesungs-Aufzeichnungen denn kurze modulare Videos in Kombination mit interaktiven Teilen sowie Selbstkontrollen und Feedback vom Dozierenden resp. Peer-Feedback. Am Ende der Ausbildung steht jeweils eine längere Abschlussarbeit.

Daten … kommerziell

Auch für Coursera ist der Gewinn statistischer Daten über die Studierenden essentiell; dies zum Einen für Forschung und Angebots-Optimierung, zum Anderen mittels Verkauf der Daten an Dritte zu kommerziellen Zwecken.

Die Datensicherheit bei Coursera wurde bereits unter dem Thema „Der gläserne Student“ auch in der deutschsprachigen Presse diskutiert.

Weitere Highlights

Neben weiteren Besuchen in Schulen mit stark Lerner-und Lernerinnen-zentrierten Ansätzen und projektbasierten Methoden (NuVu, Minerva-Schulen, FabLab) durften die Besuche bei den  Angeboten von Google und Wikimedia im Bildungsbereich nicht fehlen.

Fazit

Mögliche Ansätze für die BFH:

  • Neuer Medien in der Lehre konsequent weiter ausbauen – mindestens ein Teil der Studierenden schätzt moderne Lehre mit dem Komfort orts- und zeitunabhängiger Lernabgebote und wird diese nutzen.
  • Die Angebote müssen qualitativ hochwertig sein: unerlässlich ist ausreichendes Feedback – seit Hattie zum Zauberwort avanciert – in Form von (Selbst-) Assessments, Peer-Feedback und Betreuung durch Dozierende. Datei-Ablage ist nicht ausreichend.
  • Erkenntnisse zum Lernverhalten im jeweiligen Kursangebot zur Verbesserung nutzen – Plattformen bieten einfache Möglichkeiten der Beobachtung und Auswertung.
  • Externe Lern-Angebote mit Neuen Medien beobachten, evaluieren und in die eigene Lehre integrieren. Warum nicht freie Lernangebote, wie z.B. auch Teile von MOOCs, in der eigenen Veranstaltung einbauen?

Gerd Josten

 

 

 

 

 

„Education-Innovation“ FH-Delegationsreise

Boston und San Francisco, 2.-9.4.2016

Mit einer 14-köpfigen Delegation von 10 verschiedenen Fachhochschulen der Schweiz unterwegs:

Gruppe-Del-USA

An 20 Stationen in Boston und San Francisco gewannen wir Einsichten darüber, wie sich die Einbindung neuer Medien in die (Hoch-)Schulausbildung der USA präsentiert.
Organisiert wurden die Besuche von Swissnex, einem schweizerischen, globalen Netzwerk für akademischen Austausch.

Boston: MIT , Stanford, UC Berkeley …

Berühmte Hochschulen wie MIT , Stanford und UC Berkeley, bekannte MOOC-Plattform Betreiber wie coursera, edX und Google sowie weitere Player auf dem amerikanischen Bildungs – „Markt“ zählten zu den Stationen.

Teil I: Zu den Hochschulen

MIT

Offene Bildungsinhalte (OER): Das MIT ist als weltweit erste Hochschule bekannt, die systematisch Bildungs-Inhalte offen und frei im Web verfügbar gemacht hat (s.a. MIT-OpenCourseWare – Projekt, OER Wikipedia).

Lernangebot versus Lernergebnisse: Das Interesse in Forschung und Lehre orientiert sich aktuell deutlich stärker an den Lernergebnissen und den Auswirkungen der didaktischen Rahmenbedingungen auf das Lernen der Studierenden als nur an Verbesserung und Ausweitung des Angebots.

Hörsäle obsolet: diese weitreichendste Vision wurde von Prof. Christine Ortiz vorgestellt.

Das Lernen wird konzeptionell so individualisiert, dass kein Lernweg dem anderen gleicht. Traditionelle Raum- und Zeitvorgaben werden aufgelöst und durch web-basierte virtuelle Räume plus Labors ersetzt.

Präsenzveranstaltungen spielen dabei eine zunehmend geringere Rolle: Investitionen in herkömmliche bauliche Strukturen wie Hörsäle werden bei diesem weitreichenden Ansatz obsolet (Christine Ortiz [4]). An die Stelle treten für technische Ausbildungen geteilte Labor-Plätze innerhalb eines grossen offenen „integrated giant laboratory“.

Christine Oritz gründet dazu aktuell eine neue Hochschule.

Christine Ortiz auf youtube; weitere Infos MIT: MITili Initiative, Cecilia d’Oliveira [ODL], Prof. Gabrieli, Neuro-Scientist [1],[2]

Stanford

Experimente über das Web: in Stanford (Labor von Riedel Kruse) waren uns wissenschaftliche Labors zu exemplarischem Hands-On geöffnet – dort werden z.B. spielerische Verfahren in den Naturwissenschaften („biotic video- games„) entwickelt, die Experiment-Manipulationen über das Web ermöglichen.

In einem weiteren VR-Labor [3] mit Avataren als Publikumwerden Erfahrungen „immersiver Lernsituationen“ vermittelt.

Lernprozess und Big Data

Candace Thille [4], Direktorin der „Open Learning Initiative“ (OLI) und Assistant Professor of Education, skizzierte die Herausforderungen des Bildungssystems und den resultierenden enormen Druck: mehr Studierende, heterogenere Studierendenschaft, weniger Geld.

In den Lytics Labs der Stanford University werden die angebotenen Veranstaltungen mit grossen Studierendenzahlen zu Forschungszwecken statistisch ausgewertet, um das Online Lernverhalten zu beobachten [5] und das (Online-) Lernangebot zu optimieren, „Lernende verstehen“ als Teil-Ziel des Einsatzes von Technologie.

Kursvorbereitung mittels Studierenden Daten

In ihrem eigenen Statistik-Kurs nutzt Candace Thille selbst z.B. in einem speziellen Dashboard die Informationen über die Lernaktivitäten während der Online-Phase für die eigene Kursvorbereitung. Die Transparenz erlaubt gezielte und intelligente Unterstützung über geeignete Feedback-Loops.

Die Integration von Big Data in den Lernprozess trägt zur Verbesserung eines zunächst „naiven Modells“ des Lernens bei. Voraussetzung: die rechtlichen Regulatorien zum Datenschutz sind entsprechend angepasst (Stichwort Anonymisierung).

Interessant, wie auch hier die Diskussion und Weiterentwicklung über Anlässe und Intitiativen befördert wird.

Berkeley

Präsenzveranstaltungen entlasten: die Überbelegung der Präsenzveranstaltungen waren ein Motiv für Online- Kurse in einer Erweiterung des Kurs – Programms „UC Berkeley Extension“, realisiert in Zuammenrbeit mit dem E-Learning Center der UC Berkeley (BRCOE) .

SPOCs statt MOOCS: Das Image der UC Berkeley lebt von der hohen Qualität (Nobeltreisträger!). So erhalten sogenannte „SPOCs“, „Small private Online Courses“ den Vorzug gegenüber MOOCs mit Ziel hoher Studierendenzahlen. Die Kurse sind nicht offen zugänglich, Studierende müssen für die Teilnahme an der UC Berkeley eingeschrieben sein.

Charakteristisch für Berkeley ist hohe Qualität:

  • homogene Kursgestaltung (gleiches Konzept für alle Kurse)
  • gleiche Erfolgsquote wie diejenige in Online-Kursen
  • mit drei Jahren relativ lange Entwicklungszeit der Kurse

bei überschaubaren Kosten:

  • günstig skalierbar für grosse Studierendenzahlen
  • im Vergleich zu anderen Hochschulen 1/3 kostengünstigeres Studium für Studierende.

Gerd Josten

 

Formative Tests mit Moodle

question-mark-1105892_1280Die Zeit der Onlineprüfungen ist angebrochen. An vielen Universitäten und Institutionen werden neue Technologien entwickelt, welche Onlineprüfungen sicher machen. Noch viel wirkungsvoller für die Lehre sind aber formative Tests. Während des Semesters sind solche Tests zu den aktuellen Lernschritten ein hilfreiches Mittel, um den Lernprozess bewusst zu machen und zu beobachten. Genau dies bedeutet der Begriff «formatives Testen». Nicht das Prüfen, sondern das Unterstützen steht im Zentrum. Sie können die Lektüre eines Textes mit Quizfragen unterstützen, genauso wie das gemeinsame Erarbeiten von Aufgaben.
Am 26. April zeigt das HdEL-Team im Moodle-Mini-Kurs Tests in Moodle konzipieren die ersten Schritte rund um dieses wirkungsvolle Werkzeug.
Bildschirmfoto 2016-04-13 um 09.11.19Und nun gibt es eine Ergänzung dazu online: Einen umfassenden Einführungskurs in die Moodle-Aktivität «Test». Die Schweizer E-Learning-Expertin Miriam Fischer, derzeit in Kalifornien zuhause, zeigt strukturiert und Schritt für Schritt alles rund um Tests in Moodle. Online-Kurse sind ein ebenso mächtiger Trend der Bildungswelt wie das formative Testen. Dies ist eine gute Gelegenheit, es auszuprobieren. Der Kurs Tests und Quizzes erstellen in Moodle wird bei Udemy angeboten, einer Lernumgebung die von vielen Dozierenden in verschiedenen Sprachen als ihr eigenes erweitertes Klassenzimmer genutzt wird. Wir haben es ausprobiert. Motivierend und ohne Stress führt Miriam Fischer durch die vielen Möglichkeiten der Aktivität und bietet individuellen Support. Wer sich die Zeit nimmt, wird viel profitieren. Es lohnt sich.
Und natürlich unterstützen auch wir von HdEL die Umsetzung dieses Online-Kurses in der Lehre. Interessierte können sich gerne bei uns melden.

Aktivieren über Problem-Based Learning

 

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Bildquelle:  Kreide_birgitH_pixelio.de

Aktivierende Lehr- und Lernformen an der Hochschule sind wirksam für nachhaltiges Lernen – das weiss mittlerweilen jeder Dozent und jede Dozentin; die empirischen Belege sind eindeutig.

Es gibt heute viele aktivierende Lehr- und Lernformen wie z.B. Just-in-time-Teaching oder Flipped Classroom, Peer Instruction mit Clickers, Tutorials, Problem-Based Learning (PBL). Für die Lehrpersonen ist es manchmal aufwändig, sie zu inszenieren, das gilt auch für das PBL. Aber wenn die Studierenden mit PBL eine gewisse Routine haben, läuft es fast wie von selbst. PBL ist wohl diejenige Lehr- und Lernform, die das Lernen am stärksten in die Hand der Lernenden legt, wobei das Lernen in der Gruppe und das ausgedehnte selbstgesteuerte Lernen in der Studienlandschaft wichtig sind. PBL ist heute weltweit an Hochschulen verbreitet.

Wie geht Problem-Based Learning? Welches sind die theoretischen Hintergründe und wie wird PBL konkret umgesetzt? Das erfahren Sie am 10./11. Mai 2016 an der Berner Fachhochschule. Frau Agnes Weber bietet Ihnen ein zweitägiges Training an, welches Sie befähigt, Problem-Based Learning in einer guten Anfangspraxis mit Ihren Studierenden durchzuführen.

mehr und Anmeldung

Gastautorin:  Agnes Weber, lic. phil. I, Hochschullehrerin

www.agnesweber.ch

Mit dem E-Learning-Förderprogramm innovative Ideen in die Praxis umsetzen

Bis 2018 werden jedes Jahr Lehr-Vorhaben jeweils mit maximal 10’000 CHF gefördert. Das E-Learning-Förderprogramm ist eine Massnahme zur Umsetzung der E-Learning-Strategie der Berner Fachhochschule und dient dazu, die Qualität und Attraktivität der Lehre mit konkreten E-Learning-Projekten zu erhöhen. Wir stellen hier die Projekte der Förderrunde 2015 vor und laden zur Bewerbung 2016 ein.

Die  geförderten Projekte von 2015 kurz vorgestellt

Insgesamt 14 Projekte wurden 2015 eingereicht. Zahlreiche Flipped-Classroom-Projekte waren darunter, mit einer Web-Applikation und einer Virtuellen Landschaft zwei weitere vielversprechende Konzepte. Sieben Projekte wurden nach eingehender Prüfung zur Förderung ausgewählt:

„Wissenschaftliches Schreiben“ – ein interdepartementales Flipped-Classroom-Projekt (AHB, HAFL, TI, WGS) Überzeugt hat uns das didaktisch sinnvolle und solide geplante Szenario zu einem grundlegenden Inhalt eines jeden Hochschulstudiums. Vorbildlich finden wir die breite interdepartementale Verankerung des Projektes. Die Arbeitsgruppe erarbeitet einen dreisprachigen Moodlekurs, bestehend aus Lernvideos, Online-Quizzes, Übungsmaterialien als Basis und Vorschläge zum Einsatz von Foren und E-Portfolio. Dank des modularen Aufbaus können die Inhalte zielgenau an die spezifischen Fachkontexte angepasst werden, so dass die Kursmaterialien in zahlreichen Modulen BFH-weit zum Einsatz kommen können. Kontakt: Diego Jannuzzo

„Progressor Web-Applikation“ – Entwicklung einer Online-Applikation für den Programmierunterricht (TI) Die geplante Applikation erleichtert das Erlernen der Programmiersprachen Java, Python, C sowie  C#. Sie ist als Lern-  und als Prüfungsplattform einsetzbar, der Code wird als Open Source zur Verfügung gestellt. Kontakt: Marcus Hudritsch

„CAS Gesundheitsökonomie“ – ein Flipped-Classroom-Projekt (WGS-Weiterbildung) Videos und Lehrbriefe, ausserdem Zusammenarbeit im Virtuellen Klassenzimmer sind wichtige Elemente dieses Pilotprojektes, mit dem die Weiterbildung exemplarische Erfahrungen mit Online-Formaten sammeln und diese anschliessend für weitere Angebote in der Weiterbildung nutzbar machen will. Kontakt: Susanne Dreier, Peter Baumann

„Pflanzenbau und Düngung und Grundlagen im Ackerbau“ – ein Flipped-Classroom-Projekt (HAFL) Zwei Lehrveranstaltungen werden hier als Flipped-Classroom-Projekt aufbereitet. Ziel ist es, Studierenden mit heterogenen Vorkenntnissen das Grundlagenwissen effizienter zu vermitteln. Besonders innovativ finden wir, dass die Inhalte zum Teil in Form eines Wikis bzw. E-Books aufbereitet werden. Kontakt: Andreas Keiser

„Thinking like physicists“ – ein Flipped-Classroom-Projekt (HKB, Conservation and Restauration) Angehenden Restauratoren Physik besonders praxisrelevant zu vermitteln, ist das Ziel dieses Flipped-Classroom-Projekts. In Selbststudienphasen setzen sich die Studierenden mit Schadensbildern und Videos zur Theorie auseinander, so dass im Kontaktstudium mehr Zeit für Experimente zur Verfügung steht. Kontakt: Giovanna di Pietro

„Klinische Arbeit im Gesundheitswesen“ – ein Flipped-Classroom-Projekt (WGS-G) Mit Hilfe von Slidecasts, Literatur und Online-Aktivitäten eignen sich die Studierenden hier die theoretischen Grundlagen selbständig an. So kann die Kontaktlernzeit effizienter genutzt werden für die Anwendung in Form von komplexen Transferaufgaben.  Kontakt: Andrea Räss-Hunziker, Sonja Nafzger

 „Einführung in Sozialpolitik und Schweizerisches Sozialwesen“ – als Virtuelle Landschaft (WGS-S) Überzeugt hat uns bei diesem Projekt der Ansatz der Virtuellen Landschaft, der für die BFH ein Novum ist und Transferpotenzial für andere Lehrveranstaltungen aufweist. Kontakt: Simone Küng, Pascal Engler

Wir gratulieren allen, die an den geförderten Projekten mitarbeiten und wünschen gutes Gelingen!

E-Learning-Fonds 2016

Und schon steht die neue Förderrunde an: Wenn Sie als Mitarbeitende der BFH aufwändige E-Learning-Projekte realisieren wollen, die innovativ sind und die Qualität der Lehre verbessern, dann bewerben Sie sich beim E-Learning-Förderprogramm 2016. In unserem Blogbeitrag: E-Learning-Fonds der BFH: Die Auswahlkriterien sind die Auswahlkriterien kurz erklärt. Merkblatt und Antragformular sind im Intranet zu finden.

Die Fachstelle Hochschuldidaktik & E-Learning unterstützt und begleitet Sie gerne bei Ihrem E-Learning-Projekt.

Bewerbung und Termine Ausschreibung 2016:

  • bis 30. April 2016: Anmeldung des Projekts per Mail an hdel@bfh.ch mit Angabe von Namen, Departement und Projekttitel
  • bis 30. Mai 2016: Einreichung des Projektantrages per Mail an hdel@bfh.ch
  • bis 30. Juli 2016: Projektauswahl durch Roland Stähli (Kommission Lehre, BFH) und Andrea Scheurlen Theler (Kooperationsgremium E-Learning, BFH)

Flipped Classroom: Typische Fehler und Fehlvorstellungen

Von Gastautor: Dr. Christian Spannagel, Professor für Mathematik, Pädagogische Hochschule Heidelberg

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Flipped Classroom ist eine Methode, in der Studierende sich im Vorfeld einer Lehrveranstaltung mit den Inhalten befassen und dann entsprechend vorbereitet in die Sitzung kommen.

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Zur Vorbereitung werden oftmals Vorlesungsvideos oder andere Formen von Videos eingesetzt. Die Präsenzveranstaltung wird dadurch weitgehend von Frontalvorträgen freigehalten. Stattdessen können hier die Studierenden das Wissen aus der Vorbereitung anhand von entsprechenden Aufgaben anwenden, Fragen klären und Diskussionen zum Thema führen. Das Grundprinzip des Flipped Classroom lautet dabei: Wenn alle vorbereitet in die Lehrveranstaltung kommen, dann wird diese gehaltvoller und effektiver.

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Bei dieser Methode können (wie bei jeder Methode) Fehler gemacht werden. Und Fehlvorstellungen gibt es auch jede Menge. Hier ein paar der geläufigsten:

Zusammenfassungen: Wer am Anfang einer Sitzung die Inhalte der Vorbereitungsphase wiederholend zusammenfasst, darf sich nicht wundern, wenn ab der dritten Sitzung niemand mehr vorbereitet kommt. Die Methode lebt davon, dass Vorbereitung ernst genommen wird. Und es ist auch klar: das ist ein sensibles und kritisches Element der Methode. Wer hier anfangs falsch agiert, hat schnell verloren. Man muss mit allen Aktivitäten und Äußerungen deutlich machen: Wer sich nicht vorbereitet, hat nichts von der Präsenzphase. Also: Nichts zusammenfassen!

«Wer hat die Videos geschaut?» Diese Frage ist Fehler Nummer 2. Wer sie am Anfang einer Sitzung stellt, bringt sich selbst in eine schwierige Situation. Vielleicht melden sich 50 Prozent der Studierenden. Ein Teil hat die Videos vermutlich tatsächlich nicht geschaut, aber ein Teil der Gewissenhaften wird sich auch nicht melden, weil die Angst besteht, man könnte drangenommen werden oder ähnliches. Aber was macht man, wenn sich nur die Hälfte meldet? Man hat ja die Frage gestellt, um sich zu informieren und gegebenenfalls Maßnahmen zu treffen, die der Situation angemessen sind. Und wenn sich nur die Hälfte meldet, bleibt eigentlich nur Fehler Nr. 1 als Maßnahme übrig. Also: Nicht fragen, sondern davon ausgehen, dass sich alle vorbereitet haben. Logisch: Man hat ja am Anfang des Semesters auch angekündigt, dass Vorbereitung essenziell ist und dass man davon ausgeht, dass es passiert. Dann sollte man es auch tun.

Videos aufgeben: «Schaut als Hausaufgabe die folgenden Videos: …» Bei solchen Aufträgen werden Vorlesungsvideos irgendwie und irgendwo geschaut: In der Bahn, im Bett, beim Kochen (ernsthaft, das wurde bei Evaluationen angegeben). Hauptsache beiläufig. Und die Betrachterin bzw. der Betrachter hat am Ende den Eindruck, sie/er hat alles verstanden. Die Gefahr der oberflächlichen Verarbeitung der Videos ist hoch: die Inhalte werden nicht tief durchdrungen, und die «Illusion des Verstehens» tritt ein, weil alles so nett erklärt wurde. Die aktive und tiefe Verarbeitung der Videos muss hingegen durch geeignete Aufgaben forciert werden. Der Auftrag sollte nicht lauten: «Schaut euch die Videos an.» Sondern: «Bearbeitet die Aufgaben 1 bis 3 in Vorbereitung auf die nächste Sitzung. Und bei der Bearbeitung der Aufgaben helfen euch die folgenden Videos…» Letztlich sind also nicht Videos entscheidend (man könnte ja vielfach auch andere Medien und Materialien zur Vorbereitung einsetzen wie beispielsweise Texte oder Software), sondern die Aufgabenstellungen. Und die müssen einfach gut sein.

Jetzt kann man ja Präsenz einsparen! Schließlich übernehmen Vorlesungsvideos die Rolle der Vorlesung, und dann braucht man die vielleicht gar nicht mehr. Dazu ist zu sagen: Wer so denkt, hat die Methode Flipped Classroom nicht verstanden. Es geht bei der Methode nicht darum, dass man jetzt nur noch mit Videos lernt, dass man die Lehre komplett online macht oder irgendwie jetzt «E-Learning» betreibt. Das Gegenteil ist der Fall: Im Flipped Classroom geht es um eine sinnvolle Ausnutzung der wertvollen Präsenzzeit. Hier soll zusammen gearbeitet und diskutiert werden. Das ist es ja gerade, wofür es wert ist, sich in Präsenz zu treffen: Interaktion. Und um dafür Zeit zu haben, lagert man Frontalvorträge in die Vorbereitung aus. Und das geht relativ einfach mit Hilfe von Videos. Im Flipped Classroom geht es also nicht um volle Digitalisierung der Hochschullehre, sondern um eine gute Präsenzlehre, in deren Dienst digitale Medien gestellt werden.

Welche typischen Fehler und Fehlvorstellungen gibt es aus eurer Sicht noch? Kommentiert!

Flipped Classroom – Der Workshop:  Am 30./31.03.2016 an der Berner Fachhochschule in Bern. Von und mit Dr. Christian Spannagel, PH Heidelberg. Es hat noch zwei Plätze!

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